Liesborn/Diestedde/Herzfeld (mw/bb). Drei Tage Schützenfest, drei Tage gelebte Tradition und vor allem drei Tage mit besonderen Momente: Der Schützenverein Lemkerholz-Lemkerberg hat sein diesjähriges Schützenfest vom 15. bis 17. August 2026 gefeiert. Im Dreiländereck zwischen Liesborn, Herzfeld und Diestedde wurde dabei nicht nur ein neues Königspaar ermittelt, sondern auch verabschiedet, geehrt und willkommen geheißen.
Bereits der Auftakt am Samstag gab einen ersten Vorgeschmack auf die emotionale Note des Schützenfests 2026. Rund um die St.-Josefs-Kapelle bildete der Große Zapfenstreich einen würdigen und emotionalen Auftakt. Rund 480 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dabei und sorgten für ein eindrucksvolles Bild. Dietmar Brockmann-Lange, der im Frühjahr sein Amt als Kassierer im Vorstand des Schützenvereins abgegeben hatte, wurde mit dem Verdienstorden in Gold ausgezeichnet. Tambourmajor Jürgen Hoffmann vom Spielmannszug Hovestadt-Nordwald erhielt ebenfalls einen Orden für besondere Verdienste des Sauerländischen Schützenbundes. Und auch für Oberst Norbert Pinkerneil war der Samstagabend ein besonderer Moment. Bereits im vergangenen Jahr hatte er angekündigt, dass 2026 sein letztes großes Schützenfest als Oberst sein werde. Nach 20 Jahren an der Spitze des Vereins wird er sein Amt bei der kommenden Generalversammlung zur Verfügung stellen. Damit geht beim am Lemkerberg eine Ära zu Ende.










Eine besondere Verbindung zeigte sich zudem zwischen den Damengarden. Auf Einladung der Damengarde Lemkerholz-Lemkerberg war eine Delegation der neu gegründeten Damenkompanie aus Wadersloh zu Gast. Die gegenseitige Unterstützung und Verbundenheit der Vereine wurde damit einmal mehr sichtbar. Und dass Damengarden echte Königinnenschmieden sind, wurde im weiteren Festverlauf ebenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Ein ereignisreiches Regentschaftsjahr geht zu Ende
Der Schützenfest-Sonntag stand zunächst ganz im Zeichen der bis dato amtierenden Majestäten. Königin Franziska Bruschwitz und Prinzgemahl Tobias Nienkemper blickten gemeinsam mit ihrem Hofstaat auf ein ereignisreiches Königsjahr zurück. Was im vergangenen Jahr unter der Vogelstange mit dem 223. Schuss begonnen hatte, entwickelte sich für das Königspaar zu einer besonderen Zeit. Gemeinsam mit ihrem Hofstaat vertraten Franziska und Tobias den Verein bei zahlreichen Schützenfesten und Jubiläen in der Region.
Besonders im Jubiläumsjahr der Damengarde war die Regentschaft von Franziska Bruschwitz ein starkes Zeichen. Das untermauerte man im Dreiländereck dann direkt mit der nächsten (insgesamt nun 5.) Schützenkönigin. Denn mit Kerstin Willenbrink sollte am Ende des diesjährigen Schützenfestes erneut eine Frau die Königs- pardon KÖNIGINNENwürde übernehmen.
Spannendes Familien-Duell unter der Vogelstange
Am Sonntagnachmittag wurden aber zunächst die Nachwuchsmajestäten gekürt. Bei den Kindern setzte sich Hannes Westkemper durch. Neuer Jugendkaiser wurde Levin Tappe, der Luisa Efka zu seiner Königin wählte. Bei der anschließenden Parade und dem Königstanz konnten die neuen Regenten ebenso wie das amtierende Königspaar noch einmal im Mittelpunkt stehen. Die Ehrungen der Vereinsjubilare und die Verleihung der Vereinspokale rundeten den Nachmittag ab. Am Abend folgte der große Festball mit den Gastvereinen und zahlreichen Freunden des Vereins.

Am Montagmittag rückte schließlich die entscheidende Frage des gesamten Schützenfestes in den Mittelpunkt: Wer würde die Nachfolge von Franziska Bruschwitz und Tobias Nienkemper antreten? Unter der Vogelstange am ehemaligen Landgasthaus Nordhaus entwickelte sich ein spannendes, familieninternes Duell. Kerstin Willenbrink und ihr Ehemann Klaus hatten bereits mit dem Gedanken gespielt, die Königswürde im benachbarten Herzfeld zu erringen. Dort blieb der Erfolg noch aus. Beim Schützenfest Lemkerholz-Lemkerberg sollte es nun klappen. Mit dem 146. Schuss fiel der Vogel schließlich. Kerstin Willenbrink setzte sich gegen ihren Ehemann Klaus durch und wurde neue Schützenkönigin des Vereins. Damit stellt die Damengarde erneut die Regentin. Zuvor hatten Christoph Mackenbrock die Krone, Hubert Sieckmann das Zepter und Lars Stuckmann den Apfel aus dem Kugelfang geholt.






Empfang auf dem Hof Nienkemper
Am Spätnachmittag wurde das neue Königspaar gemeinsam mit seinem Gefolge am Hof Nienkempe auf Lippetaler Grund am Heienkamp empfangen. Für Oberst Norbert Pinkerneil war dieser traditionelle Termin zugleich einer seiner letzten großen Auftritte in dieser Funktion. Sichtlich gerührt begrüßte er ein letztes Mal ein Königspaar. Besonders abenteuerlich war der Hinweg zu Gehöft, der über eine eigens errichtete Holzbrücke auf dem Acker führte. Sie führte sozusagen sinnbildlich über die Kreisgrenze zwischen Warendorf und Soest und passte damit perfekt zu einem Schützenverein, dessen Fest so tief im Dreiländereck verwurzelt ist. Der ungewöhnliche Holz-Hingucker unterstrich die besondere geografische und gemeinschaftliche Lage des Schützenvereins. Anschließend ging es nach einem kurzen Umtrunk und erneutert Feldwanderung zurück zum Festzelt.















Fröhlicher Ausklang einer besonderen Festtage
Zum Abschluss des Schützenfestes standen noch einmal die Gastvereine, der Festball und die traditionelle Polonäse auf dem Programm. Mit Musik, Tanz und vielen Gesprächen klangen drei intensive Festtage aus. Der Vorstand zog insgesamt ein sehr positives Fazit. Oberst Norbert Pinkerneil sprach von einem frischen und fröhlichen Schützenfest und zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Tage. Der große Zuspruch, die zahlreichen Teilnehmenden und die gute Stimmung über alle drei Festtage hinweg machten deutlich, welchen Stellenwert das Schützenfest Lemkerholz-Lemkerberg in der Region besitzt. Horrido!





Fotos/Text: B. Brüggenthies


