Kreis Warendorf (mw). Seit Juni können Bauanträge beim Kreis Warendorf vollständig digital eingereicht und bearbeitet werden. Damit steht das digitale Baugenehmigungsverfahren nun allen Antragstellenden regulär zur Verfügung. Von der Antragstellung bis zur Genehmigung lassen sich sämtliche Arbeitsschritte über die Landeslösungen abwickeln. Über das Bauportal.NRW werden Anträge eingereicht, während über eine Kommunikationsplattform Bauverwaltung, Bauherrschaften sowie Architektur- und Ingenieurbüros Dokumente austauschen und den Bearbeitungsstand des Verfahrens einsehen können.
„In der Erprobungsphase des digitalen Baugenehmigungsverfahrens und seit Beginn des regulären Betriebs im Juni wurden bereits 71 digitale Bauanträge gestellt und 23 Baugenehmigungen erteilt. Das entspricht 14 % der eingereichten Bauanträge. Wir hoffen, den Anteil der komplett digitalen Baugenehmigungen in den kommenden Monaten weiter erheblich zu steigern“, blickt Baudezernent Michael Ottmann optimistisch in die Zukunft. Nach einer Übergangszeit soll die digitale Antragstellung in den meisten Fällen verpflichtend werden. Zeit- und Kostenersparnisse ergeben sich insbesondere dann, wenn das Verfahren vollständig digital erfolgt und Arbeitsschritte wie das Einscannen und Abheften von Papier entfallen. Diese Möglichkeit soll mit der überarbeiteten Bauordnung NRW den Baugenehmigungsbehörden eröffnet werden. „Da die allermeisten Bauanträge von Architektur- oder Ingenieurbüros betreut und erstellt werden müssen, haben wir auch nicht das Problem, dass Bürgerinnen und Bürger überfordert werden können“, erklärt Bauamtsleiter Sigurd Peitz.
Wichtig ist, dass Antragstellende nach dem digitalen Einreichen ihres Bauantrags über das Bauportal.NRW die Einladung in den Projektraum annehmen. Erst nach dieser Bestätigung ist die digitale Kommunikation mit der Bauaufsichtsbehörde möglich. Nach Angaben des Kreises wird dieser Schritt derzeit noch häufig vergessen und kann zu Verzögerungen im Verfahren führen. Perspektivisch sollen alle Bauaufsichtsbehörden im Kreis Warendorf einheitlich die Landeslösungen für das digitale Baugenehmigungsverfahren anbieten. Oelde und Beckum planen die Einführung nach aktuellem Stand für das Jahr 2026.
Der Kreis Warendorf zählt nach eigenen Angaben zu den Vorreitern der digitalen Baugenehmigung in Nordrhein-Westfalen. Als Modellkommune war der Kreis von Beginn an an der Entwicklung der Landeslösungen beteiligt. In enger Abstimmung mit dem Landesbauministerium wurden die Verfahren für den landesweiten Einsatz entwickelt und zur Praxisreife gebracht. Bauportal.NRW und die Kommunikationsplattform sollen auch künftig kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Quelle: Kreis WAF


