Wadersloh (mw/bb). Mit der Grundsteinlegung für das Wohnquartier „Rosenhöhe“ ist am Dienstag ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung des ehemaligen Geländes der Geschwister-Scholl-Realschule erreicht worden. Wo über Jahrzehnte Unterricht stattfand, entstehen künftig insgesamt 52 Wohnungen. Bereits heute sind die ersten Fortschritte auf der Baustelle sichtbar: Die Tiefgarage nimmt Formen an, auch die Standorte der künftigen Gebäude sind bereits deutlich zu erkennen.



„Was lange währt, wird endlich gut“, brachte Bürgermeister Christian Thegelkamp den langen Weg bis zum Baustart auf den Punkt. Das Projekt sei von zahlreichen äußeren Einflüssen geprägt gewesen. Umso größer sei nun die Freude darüber, dass eines der „Filetgrundstücke“ der Gemeinde endlich einer neuen Nutzung zugeführt werde.
Der Weg dorthin begann bereits im Herbst 2018 mit dem Umzug der damaligen Geschwister-Scholl-Realschule in die neue Sekundarschule an der Winkelstraße. Dadurch wurde die Entwicklung des Areals überhaupt erst möglich. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Ideen diskutiert, vom klassischen Baugebiet mit Einfamilienhäusern über eine Parkanlage bis hin zu einem Mehrgenerationenquartier. Eine Sozialraumanalyse lieferte im gleichen Jahr weitere Erkenntnisse und bildete gemeinsam mit den verschiedenen Konzepten die Grundlage für ein Pflichtenheft. Ein zunächst geplanter Architektenwettbewerb wurde später wieder verworfen. Mit der Firma Heckmann Bauland und Wohnraum aus Hamm fand die Gemeinde Wadersloh schließlich einen Investor und Projektentwickler. Anfang März 2022 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, 2024 folgten die Baugenehmigung sowie zwei Nachträge. Für Thegelkamp ist die Rosenhöhe nach eigenen Worten das längste Projekt seiner beruflichen Laufbahn.
Im ersten Bauabschnitt entstehen am Schulkamp zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 28 öffentlich geförderten, barrierearmen Wohnungen. Ergänzt werden sie durch eine gemeinsame Tiefgarage. An der Langenberger Straße sind zudem zwei weitere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 freifinanzierten Eigentumswohnungen geplant. Die Vermarktung des ersten Gebäudes hat bereits begonnen. Nach Fertigstellung soll das Quartier Wohnraum für Familien, Paare, Singles und Senioren bieten.



Für Franz Venker, Geschäftsführer von Heckmann Bauland und Wohnraum, steht die Grundsteinlegung symbolisch für den Übergang von der Idee zur Realität. „Jede Grundsteinlegung erzählt die Geschichte einer Idee, die Wirklichkeit wird“, sagte er. Allerdings habe im Jahr 2022 niemand vorhersehen können, welche Herausforderungen auf das Projekt zukommen würden. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Energiekrise, Inflation, Lieferengpässe und die Zinsentwicklung hätten die Baubranche massiv belastet. Viele Projekte seien verkleinert oder ganz aufgegeben worden. Für die „Rosenhöhe“ habe dies jedoch nie zur Debatte gestanden. „Wir haben nie über einen Ausstieg nachgedacht. Wir übernehmen Verantwortung und haben immer an das Projekt geglaubt“, betonte Venker. Gerade weil in Wadersloh dringend Wohnraum benötigt werde, habe man die Planungen an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und konsequent weiterverfolgt.
Die Gebäude entstehen im energieeffizienten KfW-40-Standard und erhalten zusätzlich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Für die öffentlich geförderten Wohnungen wurden Fördermittel in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro bewilligt. Venker hob hervor, dass das Quartier wirtschaftliche, ökologische und soziale Verantwortung miteinander verbinde und damit einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumentwicklung in Wadersloh leiste.
Zugleich nutzte der Geschäftsführer die Grundsteinlegung, um den zahlreichen Beteiligten zu danken. Sein Dank galt den eigenen Mitarbeitenden ebenso wie den Projektpartnern, der Gemeinde Wadersloh für die konstruktive Zusammenarbeit, der Wohnraumförderung für die finanzielle Unterstützung sowie der Sparkasse Münsterland Ost als Finanzierungspartner. Auch die Planer sowie die heimischen Unternehmen Heinrich Freitag und Franzpötter hätten maßgeblich zum Gelingen beigetragen.
Traditionell wurde im Rahmen der Feier eine Zeitkapsel vorbereitet, die an der Baustelle eingelassen werden soll. Sie enthält unter anderem Baupläne, eine Urkunde zur Grundsteinlegung, eine aktuelle Tageszeitung, Visitenkarten, Münzen sowie weitere Erinnerungsstücke und soll späteren Generationen einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Quartiers „Rosenhöhe“ geben.
Nach derzeitiger Planung soll der Rohbau Anfang 2027 fertiggestellt werden. Die ersten Wohnungen sollen Anfang 2028 bezugsfertig sein.
Fotos/Text: mw/bb.


