Wadersloh (mw/bb). Beim bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ machen die Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf auf die zunehmend angespannte finanzielle Lage der Kommunen aufmerksam. Hintergrund sind steigende Defizite, wachsende Sozialausgaben und immer neue Aufgaben, die von Bund und Ländern auf die kommunale Ebene übertragen werden und oft ohne ausreichende Gegenfinanzierung umgsetzt werden müssen.
Am Rathaus an der Liesborner Straße in Wadersloh selbst war von dem heutigen Aktionstag leider nichts zu sehen, und genau das wirkt angesichts der Dramatik der beschriebenen Lage etwas unglücklich. Wenn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Warendorf im Rahmen von „Kommunen am Limit“ vor einem Rekorddefizit, wachsenden Sozialausgaben und immer enger werdenden Handlungsspielräumen warnen, dann ist das ein starkes Signal – aber eines, das auch sichtbar werden müsste. Erst am Vormittag des Aktionstages tauchte ein Hinweis auf der Instagram-Seite der Gemeindeverwaltung auf. Der Bürgermeister hatte es vor drei Tagen auf seinem privaten Instagram-Kanal geteilt. Die Presse wurde erst am heutigen Nachmittag über die Kampagne informiert.
So bleibt der wichtige Protest in der öffentlichen Wahrnehmung vermutlich deutlich hinter seiner inhaltlichen Bedeutung zurück. Dabei zeigen die klaren Forderungen an Bund und Länder, wie ernst die Lage tatsächlich ist: Steigende kommunale Belastungen, unzureichende Gegenfinanzierung und fehlende Spielräume für Investitionen. Gerade deshalb hätte es mehr Sichtbarkeit im direkten Gemeindebild gebraucht, um die Botschaft wirklich bei den Menschen anzukommen zu lassen.
Kommentar von Benedikt Brüggenthies, Chefredakteur Dorf-Kultur-Leben: Mein-Wadersloh.de


