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    Startseite»Leserbrief»Bürgerenergiegenossenschaft UEW bezieht Stellung zum Thema erneuerbare Energien (LESERBRIEF)
    Leserbrief

    Bürgerenergiegenossenschaft UEW bezieht Stellung zum Thema erneuerbare Energien (LESERBRIEF)

    Pressemitteilung/GastBy Pressemitteilung/Gast16. Mai 2026Lesedauer: 4 Minuten
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    Wadersloh (mw). Die Debatte um Energiepreise, Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien wird auch in unserer Region zunehmend kontrovers geführt. In einem Leserbrief setzt sich Ludger Rembeck von der Bürgerenergiegenossenschaft Wadersloh UEW eG kritisch mit der aktuellen Energiepolitik auseinander und wirbt für einen konsequenten Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie mehr regionale Wertschöpfung durch Bürgerbeteiligung.

    Erneuerbare Energien oder Fossile Abhängigkeit? (Gastbeitrag von Ludger Rembeck, UEW e.G.)

    Wieder einmal erleben wir stark steigende Preise für fossile Energien – mit spürbaren Folgen für Haushalte, Unternehmen und Kommunen. Die Reaktionen reichen von Sorge bis Verunsicherung. Politik und Wirtschaft suchen nach schnellen Lösungen, um die Belastungen abzufedern.

    Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet die erneuerbaren Energien, die langfristig mehr Unabhängigkeit, stabile Preise und Klimaschutz ermöglichen, weiterhin ausgebremst oder infrage gestellt werden. Statt den Wandel konsequent zu gestalten, wird vielfach an fossilen Strukturen festgehalten – obwohl deren wirtschaftliche und geopolitische Risiken längst offensichtlich sind.

    Immer wieder wird behauptet, die hohen Strompreise in Deutschland seien vor allem auf die erneuerbaren Energien zurückzuführen. Gleichzeitig gehört Deutschland jedoch zu den Ländern mit den höchsten Preisen für Benzin und Diesel – also für Energieträger, die mit Wind- oder Solarstrom nichts zu tun haben.

    Hier drängt sich die Frage auf, ob nicht andere Faktoren wie Steuern, Abgaben und Marktstrukturen eine wesentlich größere Rolle spielen. Die politischen Bestrebungen vom Bundesministerium, Frau Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien auszubremsen, wirken – ähnlich wie Tankrabatte – wie ein wohlwollendes Geschenk an die fossile Industrie, zulasten der Verbraucher und Steuerzahler.

    Besonders problematisch ist auch die wiederholte Behauptung zu den sogenannten Redispatchkosten (Kosten für die Netzdrosselung zur Sicherstellung der Netzstabilität). Frau Reiche führt regelmäßig rund 3 Milliarden Euro an, die angeblich durch das Abregeln erneuerbarer Energien entstehen. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass von den etwa 2,8 Milliarden Euro Gesamtkosten des Netzengpassmanagements ein erheblicher Teil in fossile Ersatzkraftwerke (über 1,1 Milliarden Euro) sowie in die Bereithaltung von Reservekraftwerken (rund 940 Millionen Euro) fließt.

    Zu viel Strom aus erneuerbaren Energien?  Hier müssen Ursache und Wirkung genauer betrachtet werden.

    Am 1. Mai wurde es sichtbar, dass wir sehr viel mehr erneuerbaren Strom haben und damit negative Strompreise entstehen. Eigentlich ein Luxusproblem, was aber Millionen kosten kann.

    Aber genau daran liegt die gezielte Verdrehung der weiteren Vorgehensweise. Schnell sind die erneuerbaren Energien schuld, müssen gezielt gebremst werden, so Frau Reiche, obwohl sie nachweislich die günstigsten Erzeugungskosten im Vergleich zu Kohle,-Gas,- Atomstrom haben. Wir nutzen den bereits günstigen Strom nicht sinnvoll.

    Vielmehr ist es jetzt mehr denn je geboten, den Netzausbau, die Integration von Speichern und einen flexibleren, dynamischeren Strommarkt entschlossen voranzutreiben und endlich die Blockaden der Genehmigungsverfahren bei Netzbetreibern und Genehmigungsbehörden aufzuheben – anstatt ausgerechnet die nachhaltigsten und günstigsten Energiequellen mit Verweis auf unzureichende Netze auszubremsen.

    Wo ist die Unterstützung der vielen willigen Projektierer und Bauvorhabenträger, um beschleunigte Genehmigungsverfahren und Priorisierung der Baumaßnahmen umzusetzen?

    Wollen wir als Gesellschaft weiterhin jährlich 84 Milliarden Euro für fossile Energien aufbringen und dieses Geld an Staaten außerhalb Deutschlands ausgeben, damit gleichzeitig extrem abhängig von diesen Energiequellen bleiben?

    Es passt ins Bild, dass eine aktuelle, vom Wirtschaftsministerium selbst in Auftrag gegebene Studie des IÖW (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) von Frau Reiche nicht kommuniziert wurde – obwohl sie die hohe lokale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien in ländlichen Regionen belegt.

    Gerade für unsere Gemeinde ist dies ein entscheidender Punkt: Die bereits im Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz befindlichen 5 Windkraftanlagen befinden sich vollständig im Besitz von Wadersloher Bürgerinnen und Bürgern. Drei dieser Anlagen werden sogar über unsere UEW eG – die Bürgerenergiegenossenschaft – getragen, die es jedem Wadersloher ermöglicht, sich aktiv an der Energiewende vor Ort zu beteiligen. 

    Das bedeutet: Die Einnahmen bleiben in der Region, stärken die lokale Wirtschaft, kommen letztlich uns allen zugute und die Anlagen berücksichtigen die Gesundheit von Menschen und Tieren, den Umwelt und Naturschutz.

    Statt Ängste zu schüren, sollten wir diese Chance erkennen, eine finanzielle und versorgungsunabhängige Energieversorgung gemeinsam und lokal umsetzen.

    Ludger Rembeck; Bürgerenergiegenossenschaft Wadersloh – UEW eG Vorstand

    Anm. d. Red.: Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Mein-Wadersloh.de behält sich eine Veröffenlichtung und die Kürzung von Einsendungen vor.

    Leserbrief UEW
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