Wadersloh (mw/bb). Die Benennung der Straßen im neuen Baugebiet „Wohnpark Mauritz“ beschäftigt in Wadersloh Politik und Bürgerschaft. Insgesamt elf Vorschläge liegen der Verwaltung für die drei neuen Straßen vor. Eine Entscheidung soll der Rat am 8. Juli treffen. Zuvor wird das Thema am 29. Juni im Hauptausschuss beraten, die erste Beratung erfolgt bereits am 18. Mai im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport.
Hintergrund der Diskussion ist eine Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2013. Damals hatte der Hauptausschuss beschlossen, Straßen grundsätzlich nicht nach Persönlichkeiten aus der Gemeinde zu benennen, sofern diese nicht seit mindestens 30 Jahren verstorben sind. Für überregional bekannte Persönlichkeiten gilt diese Einschränkung jedoch nicht.
Traditionell werden bei Straßenbenennungen die Heimatvereine beteiligt. Für das Baugebiet „Wohnpark Mauritz“ schlug der Heimatverein Wadersloh die Namen „Veilereck“, „Veilerweg“, „Heymann-Straße“ und „Kiebitzweg“ vor. Zusätzliche Vorschläge kamen aus Politik und Bürgerschaft. Die FWG Wadersloh brachte unter anderem die Namen der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, der Juristin Elisabeth Selbert und der Frauenrechtlerin Marie Juchacz ins Gespräch. Ein Bürger beantragte zudem die Benennung nach Helmut Kohl sowie nach Dr. Katharina Gerwing. Von einer weiteren Bürgerin wurden die Namen „Mauritzer Wall“ und „Pfeilerecke“ vorgeschlagen.
Die Verwaltung empfiehlt dem Rat nun drei konkrete Straßennamen: „Rita-Süssmuth-Straße“, „Veilereck“ und „Elisabeth-Selbert-Straße“. Während „Veilereck“ auf eine historische Ortsbezeichnung zurückgeht, verweist die Verwaltung bei Elisabeth Selbert auf ihre besondere Bedeutung für die deutsche Nachkriegsgeschichte. Selbert war eine von nur vier Frauen im Parlamentarischen Rat und setzte sich maßgeblich dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz verankert wurde.
Mit der Entscheidung im Juli könnte das neue Baugebiet damit nicht nur historische Flurnamen, sondern auch prominente Namen der deutschen Demokratiegeschichte erhalten. Im Falle von Rita Süssmuth (aufgewachsen in Wadersloh) dann sogar einen Namen, der eng mit der Gemeinde Wadersloh verbunden ist.
Foto/Text: mw/bb.


