Wadersloh (mw/bb). Es war auf den ersten Blick nur eine kleine Aktion an einem Freitagnachmittag, doch ihre Wirkung reicht weit darüber hinaus: Mit einer „Tauschbörse“ setzten die Jugendlichen im Jugendtreff Villa Mauritz ein weiteres Zeichen für nachhaltiges Handeln. Die Idee: Ausrangierte Gegenstände mitbringen, gegen Chips eintauschen und anschließend neue, gebrauchte Dinge mitnehmen. Ein einfaches Prinzip, das Ressourcen schont und gleichzeitig Gemeinschaft stärkt. Die Aktion ist Teil edes umfassenden Projekts „Klimafreundlich leben – jung, lokal, wirksam“ das in den vergangenen Wochen im Jugendtreff umgesetzt wurde. Möglich gemacht wurde dies durch eine Förderung in Höhe von 4.500 Euro aus der Initiative „Gemeinsam nachhaltig“ der Sparkasse Münsterland Ost. Ziel der Kampagne ist es, nachhaltige Projekte in der Region zu stärken und konkrete Impulse für den Alltag zu geben.

Mit der Neuauflage der Initiative „Gemeinsam nachhaltig“ stellte die Sparkasse Münsterland Ost 2025 insgesamt bis zu 100.000 Euro für Projekte in Münster und im Kreis Warendorf bereit. Ziel ist es, Initiativen zu fördern, die sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren. Der Jugendtreff Villa Mauritz setzt dabei insbesondere auf das Ziel „Nachhaltiger Konsum und Produktion“. Gemeinsam mit pädagogischem Fachpersonal entwickelten die Jugendlichen zahlreiche Ideen und setzten diese eigenständig um. Ein zentrales Projekt ist ein neu angelegtes Hochbeet hinter der Holzhütte. An mehreren Tagen wurde gepflanzt, gestaltet und gelernt. Nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Das Projekt ist langfristig angelegt: Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung und pflegen die Anlage selbst.
Auch die Gestaltung des Außengeländes spielte eine wichtige Rolle. Nach ersten Verschönerungsmaßnahmen im Vorjahr stand nun ein weiteres „Makeover“ des Hinterhofs an. Gemeinsam wurden Skizzen erstellt, Materialien ausgewählt und das Budget geplant. Mit Erde, Steinen und einer neu angelegten Blumenwiese entstand ein Ort, der nicht nur optisch aufgewertet wurde, sondern auch die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht.

Bereits zu Beginn der Osterferien hatte ein Graffiti-Projekt für Aufmerksamkeit gesorgt. Unter dem Motto „The world we get / The world we want“ setzten sich die Jugendlichen künstlerisch mit Zukunftsfragen auseinander. Das Werk zeigt eindrucksvoll die Spannbreite zwischen einer problembehafteten und einer nachhaltigen Zukunft und macht deutlich, dass Veränderungen im Kleinen beginnen können.
Neben diesen sichtbaren Projekten ist Nachhaltigkeit im Jugendtreff auch im Alltag präsent: Regelmäßige Kochaktionen stehen für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Gekocht wird saisonal, oft vegetarisch oder vegan, manchmal auch mit Fleisch, aber immer mit einem klaren Fokus auf regionale Zutaten und Eigeninitiative. Die Jugendlichen planen die Menüs selbst, wählen Zutaten aus und setzen ihre Ideen gemeinsam um.
Das Projekt „Klimafreundlich leben – jung, lokal, wirksam“ zeigt eindrucksvoll, wie dieses Ziel vor Ort umgesetzt werden kann. Statt abstrakter Konzepte steht das praktische Handeln im Mittelpunkt. Die Jugendlichen entwickeln eigene Ideen, probieren sich aus und übernehmen Verantwortung.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

