Wadersloh (mw/bb). Mit einem symbolischen Spatenstich am Bühlheider Weg ist der offizielle Startschuss für ein weiteres großes Energieprojekt in der Region gefallen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft kamen am Montagnachmittag zusammen, um auf dem Gut Schulze-Aden die voranschreitenden Bauarbeiten für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage zu feiern, die künftig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stromversorgung leisten soll und darüberhinaus einige Besonderheiten aufweist.



Zu Beginn der Veranstaltung führte Ludger Rembeck, Geschäftsführer der im Herbst neugegründeten „Gut Schulze -Aden Solarkraft GmbH“, in das Projekt ein. Bereits seit einigen Wochen laufen die vorbereitenden Maßnahmen und Bauarbeiten. Der Fortschritt ist inzwischen deutlich sichtbar – zur Freude nicht nur der Projektbeteiligten, sondern auch der Anwohner. Besonders Paola und Jan-Friedrich Steinhoff, auf deren Flächen die Anlage entsteht, zeigten sich erfreut über die Entwicklung. Ideengeber war der vor rund einem Jahr verstorbenen Rudolf Steinhoff. Das Projekt am Bühlheider Weg wird in besonderer Weise von der Energiegenossenschaft UEW eG unterstützt, die mit rund 400 Mitgliedern eine tragende Rolle übernimmt und sich mit einer Mehrheit beteiligt.
Im Zentrum des Projekts steht die neu gegründete „Gut Schulze Aden Solarpark GmbH“, die die Umsetzung verantwortet. Ein besonderer Fokus des Projekts ist die wirtschaftlichen Perspektive: Die Renditeprognosen gelten als stabil, auch dank eines bereits abgeschlossenen Stromliefervertrags über zehn Jahre mit dem Energiehandelsunternehmen Centrica. Die geplante Anlage verfügt über eine Leistung von 30 Megawatt und soll jährlich rund 28 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit könnten theoretisch zahlreiche Haushalte versorgt werden. Stattdessen setzt das Projekt bewusst auf eine direkte Belieferung von Unternehmen. Das Modell soll Planungssicherheit bieten und gleichzeitig rund 12.000 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen.
Eine technische Besonderheit stellt die Ausrichtung der Anlage dar: Sie ermöglicht eine Stromproduktion insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, also den Zeiten, in denen der Energiebedarf besonders hoch ist. Der Weg bis zum Spatenstich war jedoch anspruchsvoll: Für das Projekt waren ein Bauleitverfahren sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Bürgermeister Christian Thegelkamp würdigte die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Projektverantwortlichen sowie die Unterstützung durch die politischen Gremien. Die Baugenehmigung wurde Ende Januar erteilt. Die Bauarbeiten selbst werden von der Firma B&W Energy aus Heiden koordiniert. Die Dimensionen des Projekts zeigen sich auch in der Logistik: Täglich wird etwa eine LKW-Ladung mit Solarmodulen angeliefert, insgesamt sind bislang rund 72 Transporte erfolgt. Hinzu kommen etwa 10.000 Pfosten für das Trägersystem der Module.







Finanziert wird das Projekt über die VR Bank Westfalen-Lippe, wobei rund 20 Prozent Eigenkapital durch die Genossenschaft und die Eigentümer eingebracht werden. Dieses Modell unterstreicht den gemeinschaftlichen Ansatz, der bei dem Vorhaben im Mittelpunkt steht.
Auch Jan Steinhoff fand persönliche Worte: Der Spatenstich sei für ihn ein besonderer Moment zwischen Stolz und Verantwortung. Er erinnerte an seinen Vater Rudolf Steinhoff und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. „Gemeinsam etwas bewegen“ sei der Leitgedanke des Projekts, auch mit Blick auf kommende Generationen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist bereits für den Spätsommer geplant. Neben dem Großprojekt am Bühlheider Weg enstehen aktuell zwei weitere PV-Projekte von Jürgen Wickentrup (Freiflächen-PV, Wadersloh-Geist) und Philipp Hoberg (Agri-PV, Liesborn).
Fotos/Text: mw/bb.


