Liesborn (mw/bb). Wie kann ich mein Haus vor Starkregen schützen? Was gehört in den Notvorrat? Und wie gut bin ich eigentlich auf den Ernstfall vorbereitet? Antworten auf diese Fragen gab es am Sonntag beim praxisnahen Informationstag rund um Klimafolgen, Hochwasser und Katastrophenprävention am Museum Abtei Liesborn. Die Veranstaltung war eingebettet in die laufende Ausstellung „Das Klima in Westfalen“, die noch bis zum 17. Mai in Liesborn zu sehen ist. Sie zeigt eindrücklich: Auch der Kreis Warendorf ist vom Klimawandel betroffen. Die Durchschnittstemperatur ist hier seit Beginn der Aufzeichnungen um rund 1,5 Grad Celsius gestiegen, mit spürbaren Folgen, etwa durch zunehmende Starkregenereignisse.






Hochwasserschutz zum Anfassen
Ein zentraler Anziehungspunkt war das Infomobil des Hochwasser Kompenz Centrum e. V. (HKC) aus Köln. Vor Ort präsentierten Henning Werker und Mara Hochmeister zahlreiche Schutzsysteme, darunter mobile Deichsysteme, Rückstauklappen, Dichtungselemente und sogenannten Flutboxen. Besucherinnen und Besucher konnten sich so nicht nur informieren, sondern konkrete Lösungen für das eigene Zuhause kennenlernen. Besonders häufig ging es um Fragen wie: Wo sind Schwachstellen am Haus? Wie lassen sich Kellerfenster, Türen oder Abflüsse sichern? Und welche Maßnahmen sind wirtschaftlich sinnvoll?


Das HKC ist Teil des Forschungsprojekts KAHR in dem 13 Partner aus Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten. Ziel ist es, Strategien zur Anpassung an Klimafolgen zu entwickeln und konkrete Schutzmaßnahmen zu verbessern. Mit dem Infomobil tourt der Verein bundesweit, um das Bewusstsein für Risiken zu schärfen und Eigenvorsorge zu stärken.
„Hilfe zur Selbsthilfe“ im Fokus
Ergänzt wurde das Angebot durch das Bevölkerungsschutzmobil des Kreises Warendorf. Der erst 2025 angeschaffte Infowagen richtet sich gezielt an Bürgerinnen und Bürger, die sich auf Krisensituationen vorbereiten möchten. Im Mittelpunkt standen praktische Fragen: Wie viele Lebensmittel sollte man bevorraten? Welche Hygieneartikel sind wichtig? Was gehört in die Hausapotheke? Und welche Dokumente sollten griffbereit sein? Auch Szenarien wie Stromausfälle wurden thematisiert.



Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ erklärten die Mitarbeitenden des Kreises Olaf Schröder, Karsten Luckart und Ann-Christin Lueb anschaulich, wie sich Haushalte eigenständig besser absichern können. Informationsmaterial zum Mitnehmen sowie kurze Erklärfilme auf Monitoren ergänzten das Angebot.
Zum Abschluss des Informationstags hielt Hochwasser-Experte Henning Werker einen Fachvortrag, in dem er die wichtigsten Maßnahmen zur Starkregenvorsorge noch einmal zusammenfasste. Deutlich wurde dabei: Der Bedarf an Beratung ist groß und das Interesse ebenfalls. Nur wer die Risiken kennt, kann auch handeln und sich im Ernstfall besser schützen. Parallel nutzen viele Interessenten das Info-Angebot auch für eine Stippvisite der aktuellen Sonderausstellung im Museum.
Fotos/Text: mw/bb.


