Wadersloh (mw/bb). Mit den Signalen „Sammeln der Jäger“ und „Begrüßung“ eröffneten die Jagdhornbläser des Hegering Wadersloh e.V. am vergangenen Mittwoch (25. Februar) die diesjährige Mitgliederversammlung in der Gaststätte Berlinghoff. Rund zwei Stunden lang blickten Vorstand und Obleute gemeinsam mit den Mitgliedern auf ein ereignisreiches Jagdjahr 2025/2026 zurück . mit positiven Entwicklungen, aber auch klar benannten Herausforderungen.




Die Entwicklung der Wildbestände und aktuelle Themen standen im Mittelpunkt der Versammlung. Als Vorsitzender begrüßte Burkhard Hagemeier neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern auch den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Warendorf e.V., Josef Roxel, die Vertreter des benachbarten Hegerings Liesborn-Diestedde sowie die Jagdhornbläser. In seinem Bericht zum Jagdjahr zeichnete Hagemeier ein differenziertes Bild der Wildsituation: Während sich der Fasanenbestand positiv entwickelte, hatten Feldhasen regional erhebliche Einbußen zu verzeichnen. Teils seien die Besätze auf die Hälfte zurückgegangen. Verendet aufgefundene Tiere sollten zur Ursachenklärung an das Veterinäruntersuchungsamt eingesandt werden, unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften.
Auch die Kaninchenbestände litten, insbesondere durch die alljährlich auftretende Myxomatose im Spätsommer. Raubwild wie Waschbär, Fuchs und Marder sei hingegen ausreichend vorhanden, ebenso Rabenkrähen. Bei der kreisweiten Taubenbejagung blieb die Strecke allerdings gering. Mit Blick auf das als Wechselwild auftretende Schwarzwild erinnerte Hagemeier an die Pflicht zur Trichinen- und Blutprobe im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP). Auch tot aufgefundene Vögel sollten zur Untersuchung auf Geflügelpest gemeldet werden.

Der Hegerings-Kassierer Mark Reimann erläuterte im Anschluss die im vergangenen Jahr gestiegenen Ausgaben, die transparent und nachvollziehbar dargelegt wurden. Die Kassenprüfer bestätigten eine einwandfreie Führung. Die Versammlung erteilte dem Kassierer und dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung. Aus dem jagdlichen Brauchtum berichtete Klaus Schulze Bonsel. Das Bläsercorps probt im Zwei-Wochen-Rhythmus bei Berlinghoff und versteht sich als offene Brauchtumsgruppe. Neben Beerdigungen, Geburtstagen und der Mitgliederversammlung ragte besonders ein gemeinsamer Auftritt im Wildwald Vosswinkel heraus.
Im Schießwesen erinnerte Jörg Krumkamp an die Kreismeisterschaft im Mai 2025, bei der fünf Schützen den 13. Platz belegten. Das Hegeringschießen im September mit 13 Teilnehmern sowie der Besuch des Schießkinos in Buke und das Silberfasanschießen (7. Platz) zeigten eine rege Beteiligung, dennoch bestehe Potenzial nach oben. Für 2026 sind bereits mehrere Termine geplant, darunter Kreismeisterschaft, Hegeringschießen und ein mögliches Damenschießen in Warendorf. Zudem wurde an die rechtzeitige Verlängerung der Jagdscheine erinnert.


Auch die Hundearbeit war geprägt von Engagement und Gemeinschaftssinn. Sieben Übungseinheiten, darunter ein Wasserübungstag, sowie eine interne Hundeprüfung bildeten die Höhepunkte. Bei besten Bedingungen setzte sich Annette Herbort mit ihrem Springer Spaniel „Speedy“ an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Der Dank des Organisationsteams galt Revierinhabern, Helfern und allen Hundeführern.
Vielfältige Aktivitäten im Jahresverlauf
Eine digitale Bilder-Show von Andreas Börnemeier ließ die weiteren Aktivitäten lebendig werden: Kitzrettung per Drohne in den frühen Morgenstunden, Waldtage mit Grundschulkindern, die „Rollende Waldschule“ bei der Gewerbeschau sowie die Arbeit der Hundegruppe und Bläser. Besonders die Kitzrettung lebt vom ehrenamtlichen Einsatz. Hier werden aktuell weitere Drohnenpiloten gesucht.




Umfassender Bericht aus der Kreisjägerschaft durch Josef Roxel
Josef Roxel informierte über Aktuelles aus der Kreisjägerschaft. 2.667 Mitglieder zählt der Verband derzeit, allerdings seien rund 1.000 Jäger im Kreis nicht organisiert. Mit Blick auf politische Interessenvertretung warb Roxel für eine Mitgliedschaft. Er berichtete von 300 Waffenkontrollen im Kreis, von denen zehn Prozent beanstandet wurden. Diese Quote sei aus seiner Sicht zu hoch. Der Schießstand in Warendorf soll modernisiert werden. Zudem verwies Roxel auf Wildkrankheiten wie Myxomatose, Geflügelpest und ASP. Das Rebhuhn wurde zum Vogel des Jahres 2026 erklärt und soll freiwillig nicht bejagt werden. Eine Erfassung der Vorkommen ist geplant, perspektivisch wird sogar über eine Aufzuchtstation nachgedacht. Als wachsendes Problem bezeichnete Roxel den Waschbärenbestand, dessen Strecke im Kreis um zehn Prozent gestiegen sei.

Auch das Projekt „Lernort Natur“ mit der Rollenden Waldschule (s. Foto) wächst weiter. Für ein zweites Fahrzeug wurde bereits ein Stellplatz gefunden. Der aktuelle Jungjägerkurs zählt 38 Teilnehmer, darunter neun Frauen. Ein Zeichen für das große und anhaltende Interesse an der Arbeit der Hegeringe.

Zum Abschluss wies der Vorsitzende auf die fristgerechte Rücksendung der Streckenlisten an die Untere Jagdbehörde hin. Die Trophäen aus dem Revier Basel werden bei der kommenden Kreisversammlung präsentiert. Um 21.20 Uhr schloss Burkhard Hagemeier die Versammlung. Der Abend zeigte einmal mehr: Der Hegering Wadersloh lebt von Engagement, Gemeinschaftssinn und der Bereitschaft, Verantwortung für Wild, Natur und jagdliches Brauchtum zu übernehmen.
Fotos/Text: mw/bb; zus. Foto: M. Westermann (1)


