Diestedde (mw/bb). Es war ein Versuch. Eine Premiere. Und es war vor allem ein voller Erfolg. Wenn passionierte Musiker in der Karnevalszeit auf Kirchenliturgie treffen, vermutet man, dass der Kontrast nicht größer sein kann. Erstaunlicherweise funktioniert das Konzept aber exzellent. Die Pfarrei St. Margareta hat mit der Premiere der Schlagermesse unter dem Motto „Hoffnung und Freude“ in der Nikolauskirche ihr Programm rund um besondere Angebote für Familien fortgesetzt. Selten sieht man die Nikolauskirche so bunt illuminiert. Da staunte auch die Nikolaus-Statue hinter dem Ambo nicht schlecht. Bunte Wimpelketten, Luftballons, eine bis auf die letzte Bank besetzte Kirche. Schon seit Wochen war die Vorfreude groß auf die Schlagermesse am Valentinstag, die am Samstagabend vielfaches Interesse auslöste und spontanes Mitklatschen und -Singen.
„Unsere Idee war es, dass man versucht das Weltliche ein Stück weit mit dem Glaubensgut zu verbinden. Die Aussagen der Lieder mit dem Glauben. Darum geht es letztendlich. Das kann man aus meiner Sicht gut verbinden. Wir haben Musik von Silbermond, wir haben Nena, wir haben Marianne Rosenberg. Hauptsächlich auch die Thematik Liebe und Hoffnung. Und das passt dann auch gut, im Prinzip kurz vor Aschermittwoch. Wir sind ja in der Karnevalszeit, von daher darf man ja da auch mal so ein bisschen experimentieren“, freute sich Pastor Wolfgang Menze, der sich mit einer farbenfrohen Stola zeigte, kurz vor Beginn der Schlagermesse.









„Vielleicht haben Sie sich bei den Hereinkommen schon überlegt und gedacht, mal sehen, was das heute wird, Kirche und Schlager. Aber genau das wollen wir heute erstmalig hier in unserer Pfarrei ausprobieren, dass Glaube und Musik eben keine Gegensätze sind. Denn viele Schlager, die wir auch heute hören, erzählen von Sehnsucht, von Liebe, von Geborgenheit, Neuanfang, Frieden und Hoffnung. Und genau darum geht es ja auch im Glauben. Unser Thema heute lautet Jesus Christus, unsere Hoffnung und unsere Freude“, leitete Pastor Menze ein. „Das klingt groß, aber im Kern ist das ganz einfach, denn es geht um die Frage, was uns trägt, wenn das Leben leicht ist, aber auch wenn es schwer wird.“
Möglich wurde die Schlagermesse durch das Engagement von vier passionierten Musikern: Christina Köller, Raul Huesca Valverde, Theo Druffel und Theo Westarp lieben Musik (zum Teil seit Jahrzehnten!) und sind Garanten für eine professionelle Umsetzung. Ihnen merkte man kein Lampenfieber, aber umso mehr das Brennen für die Musik an. Mit „Eins kann mir keiner nehmen“ von Geier Sturzflug eröffnete das Quartett die Messe. Silbermonds „Leichtes Gepäck“, Vicky Leandros‘ „Ich liebe es“, „Wir sind eins“ von Ross Anthony, „Geboren um zu leben“ von Unheilig (das darf trotz des Bandnamens auch in katholischen Kirchen gespielt werden) und vor allem auch „Ein bisschen Frieden“ von Nicole. Das Repertoire an älteren und aktuellen Hits fügte sich passend in die Liturgie ein. Hoffnung und Freude vermittelte auch die Predigt von Pastor Menze, der am Abend von Diakon Martin Voß unterstützt wurde.
So bleibt nach einem stimmungsvollen und lebensbejahenden Abends festzuhalten: Glaube und Musik sind keine Gegensätze. Und vor allem die Erkenntnis: DAS WAR SPITZE! Weitere besondere Gottesdienstformate sind bereits in Vorbereitung.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



