Wadersloh (mw/bb). Blut spenden rettet Leben und kann auch schmecken: Mit einer außergewöhnlichen Dankeschön-Aktion hat der Blutspendetermin am Freitag (16. Januar) in Wadersloh für große Aufmerksamkeit und eine beeindruckende Beteiligung gesorgt. In Kooperation mit dem DRK Ortsverein Wadersloh e.V. und dem Wadersloher Burger-Restaurant Der.Freitag erhielten alle Spenderinnen und Spender nach ihrer Blutspende einen frisch zubereiteten Burger.



Initiiert wurde die Aktion von Gastronom Marc Freitag, der dem Thema Blutspende aus persönlicher Erfahrung besondere Bedeutung beimisst. Nach zwei eigenen Bluttransfusionen wandte er sich an das DRK, um etwas zurückzugeben und gleichzeitig neue Zielgruppen für die Blutspende zu begeistern. „Blutspenden rettet Leben. Das ist keine Floskel“, hatte Freitag bereits im Vorfeld betont.
Der Erfolg der Aktion bestätigte diese Motivation eindrucksvoll: Insgesamt kamen 208 Blutspendewillige zur Sekundarschule Wadersloh, darunter 28 Erstspenderinnen und Erstspender. 179 Blutkonserven konnten letztlich entnommen werden. Alle Termine waren im Vorfeld restlos ausgebucht. Eher eine Seltenheit, wie Rotkreuzleiterin Sonja Westkemper erklärte. Die Sonderaktion und die begleitende Medienberichterstattung hätten maßgeblich dazu beigetragen, das wichtige Thema Blutspende stärker in die Öffentlichkeit zu rücken.
Auch Christian Thegelkamp, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, zeigte sich im Vorfeld hochzufrieden: Die Kooperation sei ein Gewinn für die gesamte Gemeinschaft und zugleich eine besondere Wertschätzung für die ehrenamtlich Engagierten. Wichtig sei vor allem, dass über Blutspenden gesprochen werde und die angebotenen Termine wahrgenommen würden. Das Konzept ging auf!
Organisatorisch stellte der besondere Blutspende-Termin eine Besonderheit dar: Aufgrund der hohen Nachfrage stockten die DRK-Bereitschaft Wadersloh und das Team des DRK-Blutspendedienst West das Terminkontingent kurzfristig auf. „170 Termine waren bereits online gebucht, bis zu 200 Spenden wären möglich gewesen“, berichteten Lothar Westkemper, Bereitschaftsleiter der DRK-Bereitschaft Wadersloh, und Ludger Stratkötter, Blutspendenbeauftragter für die Blutspendeaktionen im Ortsteil Wadersloh. Zum Vergleich: Bei den beiden vorherigen Terminen lagen die Reservierungen im Schnitt bei rund 100. Entsprechend wurde das Personal kurzfristig aufgestockt, der Blutspendedienst war mit einem Großteam vor Ort.



Marc Freitag zeigte sich im Nachgang überwältigt von der Resonanz und beeindruckt von den Abläufen: „Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dass die Termine dann sogar noch aufgestockt werden mussten und auch ich folglich anders planen musste, war letztlich ja auch ein Zeichen, dass die Aktion angenommen wird. Geld ist das eine, aber Gesundheit? Die kann man nicht kaufen“, so der Gastronom. Überrascht zeigte er sich auch von den Abläufen hinter den Kulissen beim DRK: „Das habe ich so auch nie mitbekommen. Da fällt wirklich viel Arbeit an. Einfach großartig, was unser heimisches DRK ehrenamtlich alles auf die Beine stellt.“
Die zusätzliche Arbeit und die Kosten habe er bewusst in Kauf genommen, auch in der Hoffnung, andere zu einem ähnlichem Engagement zu ermutigen: „Es wäre ja wünschenswert, wenn künftig andere Gastronomiebetriebe oder Unternehmen aus Wadersloh Blutspendeaktionen irgendwie auch unterstützen würden. So könnten vielleicht reihum auch in Diestedde und Liesborn Sonderaktionen stattfinden.“
Großes Lob gab es nicht nur für die Organisation, sondern auch für das Engagement hinter den Kulissen. Johannes Rassenhövel, Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins, hob hervor, dass Marc Freitag die Burger vollständig selbst gespendet habe. Darüber hinaus sorgten die DRK-Kräfte auch für die eigenen Helferinnen und Helfer: Für die ehrenamtlich Tätigen und das Entnahmeteam wurde ein ergänzendes Essensangebot bereitgestellt. Ein Zeichen der Wertschätzung für den zusätzlichen Einsatz an diesem langen und arbeitsintensiven Termin. Rotkreuzleiterin Sonja Westkemper dankt den Spenderinnen und Spendern ausdrücklich für ihre Geduld. Gerade angesichts der hohen Nachfrage und der verlängerten Wartezeiten habe das verständnisvolle Warten wesentlich zum reibungslosen Ablauf beigetragen.

Die Aktion kam zur rechten Zeit. Wie Stephan David Küpper vom Blutspendedienst West in einer Pressemitteilung vom 13. Januar betonte, hatten witterungsbedingte Absagen, die anhaltende Grippe- und Erkältungswelle sowie die Feiertage zu Beginn des Jahres das Spendenaufkommen zuletzt deutlich unter das notwendige Niveau sinken lassen. Die Lagerreichweite der Blutvorräte habe zeitweise nur noch rund 1,5 Tage betragen. Die gelungene Burger-Sonderaktion macht Mut für die Zukunft: Sie weckt die berechtigte Hoffnung, dass auch die kommenden Blutspendetermine in der Gemeinde Wadersloh auf ähnlich große Resonanz stoßen und sich weiterhin viele Menschen finden, die mit ihrer Spende ganz konkret Leben retten und zu „Vollbluthelden“ werden.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


