Diestedde (mw/bb). Das Prädikat „Heimatkünstler“ steht für einen Künstler, dessen Werk, Haltung und Wirken eng mit einer bestimmten Region oder einem Ort verbunden sind. Ein Heimatkünstler schöpft seine Themen, Motive und Ausdrucksformen häufig aus der lokalen Landschaft, Geschichte, Alltagskultur und den Menschen vor Ort. Walter Jasper war so eine Person. Der gebürtige Ennigerloher wirkte als kultureller Vermittler von seinem Atelier und dem Kunstforum „Blauer Giebel“ (seit 1979) an der Steinackerstraße weit über die Diestedder Ortsgrenzen hinaus. Mit seinem Tod im Januar 2024 verlor das Nikolausdorf ein Diestedder Original. Mit einem Erinnerungsnachmittag würdigten die Familie des Künstlers und die Initiative „Wadersloher KuLTour“ nun das vielseitige Schaffen von Walter Jasper.
Der Erinnerungsnachmittag im Kunstforum „Blauer Giebel“ machte deutlich, wie sehr Walter Jasper bis heute fehlt und wie lebendig sein Vermächtnis geblieben ist. In seiner langjährigen Wirkungsstätte kamen Familie, Freunde und Wegbegleiter zusammen, um an einen Künstler zu erinnern, der Kunst stets als offenen Raum verstand für Begegnung für Gespräche und Kunstvermittlung. Ebenso setzte er sich für die regionale Kultur und die plattdeutsche Sprache ein. Jasper prägte Diestedde nicht nur mit seinen Bildern und Ideen, sondern als Ehrenmitglied auch mit seinem Engagement im Heimatverein Diestedde und seiner Fähigkeit, aus Alltäglichem, Fundstücken und Geschichten Kunst entstehen zu lassen.









Persönliche Erinnerungen, Anekdoten und der Blick in sein ehemaliges Atelier zeigten einen Menschen, der andere gerne und mit einem verschmitztem Lächeln auf seine Lebensreise mitnahm. Die Vielzahl an Exponaten zeigten am Sonntag auch die Vielfältigkeit des Heimatkünstlers. Ob Skulpturen, Miniaturen oder größere Werke: Das jahrzehntelange Schaffen hat viele (bunte) Spuren hinterlassen. Dass die traditionelle Weihnachtsausstellung fortgeführt wird, unterstreicht: Walter Jaspers Kunst und seine menschliche Wärme wirken über seinen Tod hinaus weiter. Es soll künftig mindestens einmal pro Jahr eine Gedenkausstellung geben. Weitere Kultur-Projekte sind in Vorbereitung.
Seit einigen Monaten erinnert eine Gedenk-Webseite an den Künstler. Die Seite ist unter www.walter-jasper.de abrufbar.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


