Wadersloh (mw/bb). Zum symbolischen 1. Spatenstich für das Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung an der Benteler Straße kamen kürzlich die Projektverantwortlichen vom beteiligten Bauunternehmen und der Gemeindeverwaltung, die Wegbegleiter aus Reihen der Elternvertreter, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik sowie Nachbarn zu einer kleinen Feierstunde anlässlich des bereits erfolgten Baubeginns zusammen. Das Team von der Firma Splietker Bau um Architekt Wilhelm Wiengarten hat bereits den Rohbau des Erdgeschosses fertiggestellt. Mit Riesenschritten geht es nun weiter.
Für Bürgermeister Christian Thegelkamp ist das Bauvorhaben das Möglichwerden „echter Teilhabe von Menschen mit Behinderung“. Dafür habe man sich auch seitens der Verwaltung und der Kommunalpolitik mit langem Atem eingesetzt. Mit den beiden Investoren Karl-Heinz Junker und Achim Goldhammer sowie der St. Vinzenz-Gesellschaft aus Ahlen als sozialem Träger des Projekts, sollen in dem Neubau zwölf Betreuungsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Als „großen Motor des Projekts“ bezeichnete Thegelkamp den Berater Hermann Hengstermann. Für den Projektberater ist das Bauprojekt ein wahrer Segen. „Das ist wirklich ein gutes Projekt und was wirklich einmalig ist: Hier gibt es Investoren. Das ist schon etwas sehr Besonderes. Hier gibt es viel Engagement, um Menschen mit Behinderung eine Heimat zu schaffen. Das verdient Respekt.“






Für die Wohnsituation für Menschen mit Beeinträchtigungen bieten die barrierefreien Wohnungen und Betreuungsangebote einen enormen Mehrwert. Durch wohnortnahe Betreuungsmöglichkeiten gibt es viele Synergieeffekte. Dazu zählt auch der Abbau von Barrieren und Vorurteilen durch mehr Integration. Aufgrund der Tatsache, dass nur wenige geeignete Wohnungen für Menschen mit Beeinträchtigung verfügbar sind, sei die Grundsteinlegung an der Benteler Straße ein wichtiger Beitrag. Es entstehe nicht nur ein Gebäude, sondern es gebe auch das Versprechen für mehr Selbstbestimmung, die neue Chancen ermögliche, zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt. Mit einem gemeinsamen Umtrunk samt Imbiss in der nahegelegenen Arbeitshalle der Fa. Karl-Heinz Junker GmbH (Kai Beckmann) fand die Zusammenkunft einen geselligen Abschluss bei Familie Beckmann.

Hintergrund: Wadersloh baut inklusiv – Neue Wohnprojekte nehmen Fahrt auf
In Wadersloh entstehen gleich zwei zukunftsweisende Wohnprojekte für Menschen mit Beeinträchtigung: Am Schulkamp mit dem „Wohnquartier Rosenhöhe“ und an der Benteler Straße. Beide Vorhaben setzen auf barrierefreie, wohnortnahe Angebote, die selbstständiges Leben und soziale Teilhabe ermöglichen sollen. Das Interesse daran ist groß: Rund 60 Bürgerinnen und Bürger informierten sich Anfang September im Rathaus über den Stand der Planung.
Während auf dem Gelände der ehemaligen Realschule das „Wohnquartier Rosenhöhe“ sichtbar wächst (MW berichtete), wird ein Neubau an der Benteler Straße von den privaten Investoren Karl-Heinz Junker und Achim Goldhammer (Junker-Goldhammer eGbR) gemeinsam mit der St. Vincenz-Gesellschaft realisiert. Das Haus bietet Platz für zwei Wohngruppen mit insgesamt zwölf Erwachsenen, die einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben. Alle Bewohner erhalten Einzelzimmer mit eigenem Bad, ergänzt durch großzügige Gemeinschaftsbereiche. Ein Team aus pädagogischen und pflegerischen Fachkräften ist rund um die Uhr vor Ort.
Auch architektonisch setzt das Gebäude Maßstäbe: Klinkerbauweise, zwei Giebel, Photovoltaikanlage und Luft-Wasser-Wärmepumpe sollen ein nachhaltiges Netto-Null-Haus ermöglichen. Ein Sinnesgarten und Fahrradstellplätze gestalten den Außenbereich.
Die gute Zusammenarbeit mit den Interessengruppen habe die Projekte wesentlich vorangebracht. Die Lage im Wohngebiet soll den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern den Alltag erleichtern: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Vereinsangebote sind gut erreichbar. Zudem entsteht durch die Nähe zum „Wohnquartier Rosenhöhe“ eine enge Vernetzung, etwa durch tagesstrukturierende Angebote und den geplanten Quartierstreff als offenen Begegnungsort für alle. Auch die Inklusionsbeauftragte der Gemeinde begleitet den Prozess. Der Einzug ist für Ende 2026/Anfang 2027 geplant.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

