Wadersloh/Rom (mw/bb). Einer der vielen Höhepunkte der Jubiläumsreise zum 100-jährigen Bestehen des Gymnasiums Johanneum führte zwei Mitglieder der Schulgemeinschaft an einen ganz besonderen Ort: Schulleiter Wolfram Wenner und Jona Westkemper, Mitglied der Schülervertretung, durften Papst Leo XIV. persönlich begegnen. Während die rund 700 übrigen Mitreisenden die wöchentliche Generalaudienz auf dem Petersplatz verfolgten, erhielten Wenner und Westkemper zwei exklusive Eintrittskarten und damit Zugang zur vierten Reihe direkt vor dem Pontifex. MW fragte nach den Eindrücken.
„Es war ein sehr emotionales Ereignis“, erinnert sich Schulleiter Wenner. „Wir erfuhren erst am Abend zuvor, dass wir nicht nur an der Audienz teilnehmen, sondern auch dem Papst persönlich begegnen dürfen.“ Möglich gemacht wurde dieser besondere Moment durch Kontakte der Firma Höfmann, die die Schule bei der Reiseorganisation unterstützte.
Am frühen Mittwochmorgen, um kurz nach sieben, erreichten die beiden den Vatikan. „Mit unseren VIP-Tickets durften wir an der Schweizer Garde vorbei bis ganz nach vorne vor den Petersdom“, berichtet Jona Westkemper. Der Schüler war durch Losentscheid ausgewählt worden, die Schülerschaft bei der Begegnung zu vertreten. „Als wir die Stufen zum Podium hinaufgingen, wurden die Knie weich“, erinnert er sich schmunzelnd. „Ich sagte zu Herrn Wenner: Jetzt wird’s ernst.“
Oben angekommen, übergaben sie dem Papst ein Geschenk: Die Chronik zum 90-jährigen Bestehen des Johanneums, erstellt von Hans-Josef Kellner (Anm. d. Red.: Die neue Auflage zum 100.-jährigen ist aktuell noch in der Mache). „Wir haben erklärt, wer wir sind, dass unsere Schule eine franziskanische Tradition hat und wir mit der gesamten Schulgemeinschaft zum 100-Jährigen in Italien unterwegs sind“, so Wenner. Papst Leo blätterte interessiert in dem Buch, segnete anschließend ein kleines Kreuz, das Jona auf Bitten einer Mitschülerin mitgebracht hatte, deren Bruder kurz vor der Abreise erkrankt war. „Er berührte das Kreuz, machte das Kreuzzeichen und schenkte uns zum Abschied einen Rosenkranz“, erzählt der Schüler.
Nach dem offiziellen Teil blieb Zeit für einen kurzen Moment der Stille und der Dankbarkeit. „Ich konnte kaum glauben, dass ich den Papst wirklich treffe“, sagt Jona. „Das war eine unglaubliche Erfahrung, für mich persönlich und für unsere ganze Schule.“ Wenner ergänzt: „Erst im Nachhinein begreift man, was für eine besondere Ehre das war. Für uns, aber auch für das Johanneum als franziskanische Schule.“
Die Begegnung wurde von Mitschülerinnen und Mitschülern auf den Großleinwänden des Petersplatzes mitverfolgt und gefilmt. „Als unsere Schule namentlich begrüßt wurde, ging ein hörbarer Jubel durch die Menge“, erinnert sich der Schulleiter. Nur zwei Schulen weltweit wurden an diesem Tag hervorgehoben. Das Johanneum war eine davon.
Die Italienreise zum 100-jährigen Schuljubiläum wird in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen dieses einzigartigen Moments.
Text: B. Brüggenthies, Foto: Copyright Vatican Media


