Liesborn (mw/bb). Dichter Rauch zieht über den Schulhof der Grundschule am Eickhoff, das erste Blaulicht spiegelt sich in den Fenstern der Klassenräume: Rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen am Samstagnachmittag gespannt, wie der Löschzug Liesborn der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh seine traditionelle Herbstabschlussübung durchgeführt hat. Unter der Einsatzleitung von Johannes Schulze Ahlke waren 35 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von der Jugendfeuerwehr und begleitet von Mitgliedern der Ehrenabteilung sowie Feuerwehrleiter Michael Linnemann.




Das Szenario war realitätsnah gewählt: „Wir haben eine unklare Rauchentwicklung in einer Schule“, erklärte Andreas Baumhöer, während er weiter das Geschehen auf dem Schulhof aufmerksam verfolgte. „In einem der Räume ist Toilettenpapier angezündet worden.“ Während sich dichter Rauch durch den Flur des Gebäudes zog, befanden sich im zweiten Obergeschoss noch mehrere Kinder und ein Lehrer – so sah es das Szenario vor. Ein Klassenraum war zu diesem Zeitpunkt bereits verraucht, ein anderer war rauchfrei. Hier wartete der Lehrer auf Hilfe. Gleichzeitig entdeckten die Einsatzkräfte auf dem Dach einen Handwerker, der nach einem Schock zusammengebrochen war. Viel zu tun also für die Kameradinnen und Kameraden des Löschzugs Liesborn und der Jugendfeuerwehr.
Teamarbeit ist bei der Menschenrettung und Brandbekämpfung unerlässlich
Mit geübten Handgriffen legten die Feuerwehrleute ihre Atemschutzgeräte an, sicherten das Gebäude ab und begannen mit der Menschenrettung. Während ein Trupp ins Innere vordrang, um die eingeschlossenen Personen zu evakuieren, rüsteten sich andere zur Brandbekämpfung. „Heute geht es vor allem um Brandschutz und Menschenrettung“, erläuterte Schulze Ahlke. Der Übungseinsatz in einem öffentlichen Gebäude deckte viele Einsatzarten ab und erforderte genaue Planung und ein schnelles Vorgehen. Im Einsatz waren mehrere Fahrzeuge, darunter das HLF, das LF, ein MTF sowie der GW Logistik. Für die Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr war der Nachmittag eine wertvolle Praxiserfahrung: Sie unterstützten bei der Absicherung, übernahmen Versorgungsaufgaben und lernten die Abläufe im Einsatzgeschehen hautnah kennen.


Die Besucherinnen und Besucher auf dem Schulhof zeigten sich beeindruckt von der Professionalität der heimischen Einsatzkräfte. Nach rund einer Stunde war das Übungsszenario rund um den Grundschulstandort Liesborn erfolgreich beendet. Alle „Verletzten“ wurden gerettet, der Brand gelöscht. Das Ehrenamt in der Feuerwehr ist und bleibt vielfältig, verantwortungsvoll und lebensrettend. Das Engagement der Kameradinnen und Kameraden bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil des örtlichen Zusammenlebens. Und statt „Hurra, die Schule brennt!“ heißt es nun wieder: Schulbank drücken – aber erst nach den Herbstferien.
Bildergalerie: Herbstabschlussübung Liesborn (2025)




















Fotos/Text: B. Brüggenthies


