Wadersloh (mw/bb). Zwei Jahre nach dem Trägerwechsel von der Evangelischen Kirchengemeinde zum DRK beginnt für die KiTa Pusteblume an der Benteler Straße in Kürze eine neue Etappe in der pädagogischen Arbeit. Nachdem sich die Einrichtung im Jahresverlauf 2025 zur Nachhaltigkeits-KiTa zertifizieren lassen konnte, soll mit der „Musik-KiTa“ nun ein weiterer Schwerpunkt folgen. Die Vorbereitungen für die Zertifizierung laufen bereits auf Hochtouren. | MW hat nachgefragt.
Seit der Übergabe der Einrichtung zum Start des KiTa-Jahres im August 2023 sind bereits zwei Jahre vergangen. Nachdem die Kirchengemeinde im Herbst 2022 angekündigt hatte, die Trägerschaft abgeben zu wollen, übernahm das DRK die Einrichtung und das Team und sicherte so den nahtlosen Weiterbetrieb. „Die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Träger verlief weiterhin sehr konstruktiv. Wir konnten jederzeit Rat und Unterstützung einholen“, sagt Marie Schweighöfer, die seit Juli 2023 die Leitung der KiTa übernommen hat. Seit dem KiTa-Jahr 2024 ist die Pusteblume dann Teil des Verbunds unter dem Dach der neu gegründeten DRK Wadersloh gGmbH geworden, zu dem auch die „Wunderwelt“, „Villa Kunterbunt“ und der „Flohzirkus“ gehören.
Die Übernahme brachte umfassende Veränderungen: Sieben Mitarbeitende wurden von der Evangelischen Kirche zur DRK Wadersloh gGmbH übergeleitet, acht neue Kolleginnen und Kollegen ergänzten das Pusteblumen-Team. Auch räumlich wuchs die KiTa, denn seit Jahresbeginn 2023 wurde an der Benteler Straße ein Modul-Bau errichtet, der Platz für zwei neue Gruppen bietet. Heute besuchen rund 80 Kinder die Einrichtung, je zur Hälfte in der Bestands-KiTa und in den neuen Modulen. „Vieles war neu. Die Leitung, ein großer Teil des Teams, die Räumlichkeiten und der Träger. Und wir haben es geschafft, schnell ein eingespieltes System zu etablieren“, bilanziert Boris Krumtünger, Geschäftsführer der DRK Wadersloh gGmbH.
Mit dem Trägerwechsel begann auch die inhaltliche Neuausrichtung: Schon früh stand die Frage im Raum, welche Schwerpunkte die KiTa künftig setzen sollte. Der erste Baustein war das Thema Nachhaltigkeit. Unter aktiver Beteiligung von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden wurden Wurmkisten, Hochbeete, Nasstaschen und Angebote zum Recycling in den Alltag integriert. Der Sinnesgarten im Außenbereich wurde überarbeitet, das Gelände naturnah gestaltet – und die KiTa Pusteblume erhielt erfolgreich das Zertifikat zur nachhaltigen KiTa.



Aufbauend darauf plant die KiTa nun die Zertifizierung als Musik-KiTa. „Musik eröffnet Kindern neue Ausdrucksmöglichkeiten und ergänzt perfekt unseren Ansatz zur Nachhaltigkeit“, erklärt Marie Schweighöfer. Geplant sind unter anderem Instrumentenbau, Klangexperimente, Singen, Tanzen, Kinderdiscos, Klanggeschichten, Aufführungen und Singkreise (auch in verschiedenen Sprachen). Ein neues, handgefertigtes Klangelement soll im Sinnesgarten installiert werden.
Zudem wird mindestens eine Fachkraft eine zwölfmonatige Ausbildung zur Musikpädagogik im Elementarbereich absolvieren. Orff-Instrumente (Anm. d. Red.: Musikinstrumente, die nach dem Konzept des Komponisten Carl Orff für Kinder entwickelt wurden. Typische Beispiele sind Xylophone, Metallophone, Trommeln und kleine Percussion-Instrumente), Boomwhackers (Anm.: Bunte Kunststoffröhren, die beim Schlagen auf Oberflächen unterschiedliche Töne erzeugen), Gitarren und Ukulelen stehen bereits zur Verfügung, weitere musikalische Kooperationen mit örtlichen Musikgruppen sind ebenfalls vorgesehen.

Mit der Verbindung von Nachhaltigkeit und Musik schafft die KiTa Pusteblume ein einzigartiges Lernumfeld, in dem Kinder spielerisch die Welt entdecken, ihre Kreativität entfalten und frühzeitig Verantwortung für Natur und Gemeinschaft erleben können. In den vergangenen Tagen wurden die Eltern bereits über die Pläne informiert. Nun laufen die Vorbereitungen, damit die musikalischen Projekte schon bald anlaufen können und die Anforderungen für die Zertifizierung erfüllt werden. „Ein wenig Zeit wird das noch in Anspruch nehmen, aber wir sind zuversichtlich, dass dieser Schwerpunkt eine gute Ergänzung für unser pädagogisches Angebot darstellt“, freut sich Marie Schweighöfer über die kreativen Zukunftspläne für die Pusteblume.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


