Diestedde (mw/bb). „So viel Gutes tun als nur möglich, aber so verborgen als möglich“– mit bescheidenen Worten hatte die Hl. Maria Magdalena Postel als Gründerin der Heiligenstädter Schulschwestern ein besonderes Vermächtnis hinterlassen. Auch in Diestedde sind diese Spuren sichtbar, nicht erst seit Abschluss der letzten großen Umbauarbeiten im Jahr 2024, die der SMMP-Einrichtung „Seniorenzentrum Haus Maria Regina“ ein gänzlich neues Äußeres im Diestedder Dorfbild verliehen haben. Nun feierte die Einrichtung mit Ordensschwestern, Mitarbeitenden und geladenen Gästen ihr 50-jähriges Bestehen.
Den Auftakt der Jubiläumsfeier bildete ein Wortgottesdienst in der Kapelle der Einrichtung, den Mitarbeiterin Anne Holthaus vorbereitet hatte. Sängerin Christina Maria Vonk brachte mit dem „Hallelujah“ auf die musikalische Art den Dank und Lob für Gott zum Ausdruck. Passend zu den Beweggründen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und ihrem seit 155 Jahren andauernden Engagement in Diestedde.




Heimleiterin Antje Rostalski erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass die Geschichte des Hauses weit über die fünf Jahrzehnte hinausreiche: Bereits 1870 zogen die Heiligenstädter Schulschwestern nach Diestedde und begründeten mit dem „Haus Maria Königin“ den Ursprung der Einrichtung. 1973 folgte der Neubau des heutigen „Hauses Maria Regina“. Zwischen 2020 und 2024 wurde die Einrichtung umfassend saniert und erweitert: „50 Jahre, das sind unzählige Geschichten, die sich hier zugetragen haben. Geschichten von Ankommen, Abschied, von Lachen und manchmal auch von Tränen. Es sind 50 Jahre, in denen dieses Haus für viele Menschen nicht nur ein Gebäude, sondern ein Zuhause geworden ist“, sagte Rostalski. Besonders eindrücklich war ihr Bild der Seifenblasen, die für die vielen kleinen, kostbaren Momente des Miteinanders stehen: „Ein warmes Lächeln, ein vertrauensvolles Wort, ein gemeinschaftliches Lied, ein stiller, liebevoller Händedruck. Es sind die kleinen, leuchtenden Momente, die unser Herz berühren und daran erinnern, wie wertvoll die Zeit mit einem Menschen ist.“ – Drei Kinder gingen mit Seifenblasenspendern durch die Sitzbankreihen und untermauerten das Bild mit echten Seifenblasen.



Frank Pfeffer, Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP, würdigte das Jubiläum im Anschluss an den Wortgottesdienst als besonderen Anlass. Beim Rundgang durch das Haus habe er sich gefragt, was wohl die Mauern erzählen könnten: „Sie würden erzählen von Pflegekräften, die weit mehr als Dienstleister waren. Die waren Pflegebegleiterinnen, Tröster, Zuhörer. […] Sie würden erzählen von den Bewohnerinnen und Bewohnern, die hier in dem Haus Maria Regina eine Heimat, ein Haus gefunden haben.“ Pfeffer hob hervor, dass das Haus Maria Regina „deutlich mehr als Stein und Mörtel“ sei: „Es ist ein Haus der Würde, es ist ein Haus der Fürsorge, des gelebten Respekts und der Gemeinschaft.“ Mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte dankte er allen, die das Haus geprägt haben: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber insbesondere den Angehörigen. Sein Wunsch für die Zukunft: „Dass das Haus Maria Regina weiterhin das bleibt, was es bis heute war: Ein sicherer Hafen für Menschen, die Hilfen suchen. Ein sicherer Hafen für gelebte Gemeinschaften.“
Das Jubiläum wurde zugleich in die bundesweite Demenzwoche eingebettet. Unter dem Motto „Mensch sein und bleiben“ machte Heimleiterin Rostalski deutlich, dass dieser Leitsatz nicht nur eine Woche lang gelten dürfe, sondern immer präsent sein sollte – als Haltung im täglichen Miteinander.
Mit der Übergabe einer XXL-Geburtstagstorte von Nathalie Rammert (eigentlich Leiterin des Qualitätsmanagements, aber auch mit ausgezeichneten Backkünsten), einem Sektempfang und dem Aufsteigenlassen von Seifenblasen als Symbol für den einstigen (wahrgewordenen) Traum der Hl. Maria Magdalena Postel von einer großen Gemeinschaft, endete die Jubiläumsfeier mit einem geselligen Zusammensein. Auf einem Tisch stand ein kleines Holzhaus mit der Aufschrift: „Zuhause ist da, wo man mit einem Lächeln empfangen wird.“ – Das gehört seit 50 Jahren im Haus Maria Regina dazu.
Bildergalerie: 50 Jahre Seniorenzentrum Haus Maria Regina


































Hintergrund
Schon im Jahre 1870 ließen sich die ersten drei Ordensschwestern im Nikolausdorf nieder: Bescheiden, fürsorglich und still kümmerte man sich seitdem um Kranke, Arme, Senioren, aber auch um Kinder und Frauen in Not und um Bildung. Immer im Blick: Der Caritas-Gedanke. Pflege der Kranken und Bedürftigen, aber auch Handarbeitsunterricht bildeten den Grundstein des Wirkens vor Ort (und bis 1961 sogar eine „Hostienbäckerei“ mit bis zu einer halben Million Back-Exemplaren pro Jahr).
Die erste Unterkunft, das Schwesternhaus unter dem wohlklingenden Namen „Haus Maria Königin“, wurde durch 1885/1886 durch die Baronin von Wendt ermöglicht, die bis ins hohe Alter dem Konvent als Wohltäterin wohlgesonnen blieb. Auf das umgangssprachlich auch „Krankenhaus“ genannte Gebäude erfolgten Pläne und Umsetzungen für einen Neubau ab Ende der 1960er-er-Jahre. Mit Lehrküche, Räumlichkeiten für Handarbeiten (die Nähkurse waren auch Jahrzehnte später noch restlos ausgebucht) und das Werken setzte sich das Wirken des Konvents fort.
Im Oktober 1973 begannen die Bauarbeiten des Altenheims „Haus Maria Regina“, die knapp zwei Jahre später abgeschlossen werden konnten. Neben dem Altenwohnheim entstand ein zweiter Trakt, der bis zum großen Umbau 2020–2024 für ältere Schwestern des Konvents als Alterswohnsitz zur Heimat wurde. Neu hinzugekommen war die bis heute vorhandene Kapelle. Das einstige Schwesternhaus „Haus Maria Königin“ wurde nach dem Bezug des neuen „Hauses Maria Regina“ abgebrochen.
Genau 150 Jahre nach der Ankunft der Heiligenstädter Schulschwestern gab es im Jahr 2020 den Startschuss für den Millionen-Umbau, der in drei Bauabschnitten das „Haus Maria Regina“ zu einem der modernsten Seniorenzentren in der Region macht.
Fotos/Text: mw/bb.,
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