Wadersloh (mw/bb). So hat man das „Wadersloher Herbstreiben“ noch nie erlebt: Die Großgemeinde hat sich herausgeputzt am vergangenen Wochenende. Die geballte Wirtschaftskraft der 117 km² großen Gemeindefläche konzentriert an einem Ort. Auf der Festwiese zwischen Pfarrkirche und Rathaus wurde beraten, gestaunt, erlebt, mitgestaltet. So war es der Wunsch des ausrichtenden Gewerbevereins, und so fügte sich das letzte große Puzzlestück in den Dreiklang des Gemeindejubiläums „50 Jahre Gemeinde Wadersloh“ mit Festakt/“Tag der offenen Tür“ im Januar, dem sommerlichen Jubiläumswochenende in Wadersloh-Geist und nun eben die Gewerbeschau ein. Ein Rückblick.



Über den Eröffnungstag berichteten wir bereits, jetzt soll es auch um den 2. Tag des interaktiven XXL-Schaufensters der heimischen Wirtschaft gehen. Mehr als 50 Ausstellerbetriebe waren auf der Gewerbeschau Wadersloh vertreten. Monatelang liefen die Vorbereitungen seitens Gewerbeverein und Wadersloh Marketing. Die Mühen und die investierte Zeit haben sich sichtlich gelohnt. Viele der tausenden Besucherinnen und Besucher dürften erstaunt gewesen sein, wie vielfältig die Wadersloher Wirtschaft aufgestellt ist. Traditionelles Handwerk, Dienstleistungen, Innovation, Netzwerke und selbst große Teile des Bühnenprogramms: MADE IN WADERSLOH, DIESTEDDE und LIESBORN.
Vielseitige Angebote mit einer Extraportion Kreativität
Die „Sommer Closing Party“ am Samstagabend bildete tatsächlich den Herbstauftakt: Statt um die gefühlten 30 Grad im Zelt, war es am Sonntag deutlich angenehmer. Schnell füllten sich im Laufe des Nachmittags die Gänge, an deren Flanken die Stände aufgebaut und mit viel Know-how ausgestattet wurden.




Überraschend kreativ vermittelten die Gewerbetreibenden ihr Angebot. Dabei blieb es nicht bei der Theorie, sondern sehr praxisnah. Eine fast funktionsfähige ganze Wärmepumpe (anschaulich präsentiert von Schürmann & Voss), ein komplettes Wohnzimmer (gut bedacht vom Möbelstudio Baumhöer), eine Fliesen-Kreativ-Werkstatt (eine Gemeinschaftsleistung der Karl-Heinz Junker GmbH und des Malerbetriebs Sabellek, inkl. „Bunte-Finger“-Garantie). Spielerisch ging es bei der Gloria GmbH mit dem VR-Feuer-Trainer und beim Highscore-Knacken beim kurzfristig programmierten Mini-Game bei Fleiter Media zur Sache (Anm. d. Red.: MW konnte den WDL-Highscore kurzfristig noch nicht knacken. Die Revanche steht noch aus).









Wem der Durchblick fehlte, ließ sich bei Optik U. Holz oder dem Brillenwerker helfen. Wer das Gefühl hatte, dass die Bühnenmusik zu leise war, huschte noch schnell beim „Wohrtklang“-Team vorbei. Im Außenbereich gab es große Traktoren (Lütke-Bornefeld), sommerliche Erinnerungen an den noch heißen Vorabend (die Camping-Bullis von Baumeister sind einfach immer DER Hingucker) und wem es dann immer noch zu heiß war, der informierte sich bei der UEW e.G. über regenerative (Wind-) Energie.
Auch außerhalb des Zelts gab es viel zu entdecken
Der „Kartoffelsonntag“ präsentierte sich 2025 gänzlich anders – wenn auch nur in diesem Jahr, denn die Gewerbeschau soll auch künftig nicht jedes Jahr, aber regelmäßig ausgerichtet werden, so viel ließ der Gewerbevereinsvorsstand auf Anfrage von MW bereits verlauten. Hier rückten die Aussteller auf der Wiese bei Freitag etwas näher zusammen und luden zum Bummel und Informieren ein. Die „Quadkinder“, die Bürgergarten-Initiative der SKW, die brandneue „Rollende Waldschule“, das Umweltbildungsmobil der AWG/Ecowest-Verbund und viele mehr freuten sich auf viele Gespräche. Etwas weiter entfernt bot die KÖB Wadersloh im Pfarrheim einen Bücherflohmarkt und ein Lese-Café an. Nachhaltige Infos plus ebenso nach- und koffeinhaltiges Heißgetränk samt Waffel mit ordentlich Puderzucker ließen sich die Gäste beim Stand der Eine-Welt-Initiative vor der Sonnen-Apotheke schmecken. Drumherum luden die Fahrgeschäfte der Margaretenkirmes ein.














Das Bühnenprogramm ließ keine Wünsche offen
Bei so viel Programm ließ der Hunger nicht lange auf sich warten: Die Gastronomen arbeiteten im Akkord, die Zapfhähne bei Festwirt Getränke Heinrich glühten (vermutlich). Beste Stimmung auch auf der Bühne im Zelt. Ein sorgsam ausgewähltes Bühnenprogramm bildete einen abwechslungsreichen Rahmen der Gewerbeschau: Der Kinderchor „KiDie“ aus Diestedde (mit Verstärkung des Jugendchors) eröffnete am Morgen. Die Jugendgarde des Karnevalsvereins SK Helau aus Sünninghausen holte den Karneval in den Herbst (und das sogar noch vor der Sessionseröffnung am 11.11.). Handwerk zum Anfassen (nach Abschluss der Schnitzarbeiten) zeigte Tanveer Hussain Mughal von der Zimmerei Bühlbecker.








Nach der Verleihung des Heimatpreises (Bericht folgt), die von den Jagdhornbläsern des Hegerings Liesborn-Diestedde musikalisch umrahmt wurde, folgte mit Kinderliedermacher Volker Rosin der besonders von den Familien am meisten erwartete Programmpunkt. Rosin hatte neben seiner Gitarre auch viel Spielfreude und seine Hits im Gepäck. Zwei jüngere Fans erwiesen sich als sehr textsicher und durften auf der Bühne unterstützen. Dazu gehört viel Mut! Hut ab! Nach erfolgter Zugabe und Autogrammstunde klang das Bühnenprogramm (an beiden Tagen moderiert von Sebastian Claes) am Abend mit der Preisverleihung der großen Tombola und des Vereins-Pokalschießens aus. Allmählich leerte sich dann das Gewerbeschau-Zelt, war aber weiterhin erfüllt von sehr zufriedenen Ausstellern und leicht erschöpften, aber ebenso glücklichen Veranstaltern.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



Beim inoffiziellen Mein-Wadersloh.de-Werbegeschenk-Check 2025 geht der Sieg an den Hauptsponsoren der Gewerbeschau: Das Team der Sparkasse Münsterland Ost organisierte (präventiv) wiederverwendbare Regen-Ponchos aus Maisstärke. Die wurden glücklicherweise am Sonntag nicht gebraucht, aber werden im Herbst sicher noch ihren Zweck erfüllen (allerspätestens zum „Wadersloher Herbsttreiben 2026“).
Platz 2: Geht an die Firma Goldhammer: Da gab es Heizungsentlüfter als Schlüsselanhänger. Auch sehr passend zum Herbstanfang!
Platz 3: Die Keramikfliesen bei der Karl-Heinz Junker GmbH/ Malerbetriebs Sabellek, denn die durften ganz nach Lust und Laune selbst verziert und anschließend mitgenommen werden (von den Handwerkenden von Morgen). Eine schöne Erinnerung an eine unvergessliche Gewerbeschau in Wadersloh!

Ende.

