Wadersloh (mw/bb). Als die ersten Familienmitglieder am Morgen des 6. Septembers die Hofeinfahrt in der Bauerschaft Basel hinaufgingen, war sofort spürbar: Hier liegt jede Menge spannende Geschichte in der Luft. Kinderlachen, herzliche Umarmungen und erstaunte Blicke beim Betrachten alter Fotos mischten sich unter die anregenden Gespräche. Zum allerersten Mal versammelte sich die weitverzweigte Familie Krabus auf dem Stamm-Hof, um ihre Wurzeln zu feiern und das gleich zu einem runden Jubiläum: Vor genau 125 Jahren begann hier mit dem Kauf des Hofes durch Ur-Großvater Josef Krabus eine Familiengeschichte, die bis heute lebendig geblieben ist.
Rund 90 Gäste aus nah und fern folgten der Einladung von Mechthild und Bernhard Krabus, die den Hof an der heutigen Baseler Straße 8 bewirtschaften. Sie alle kamen zurück zu jenem Ort, an dem die Familiengeschichte einst begann: „Es ist schön, wie sich hier die Generationen wiederfinden und zusammenkommen“, freute sich das Gastgeberpaar bei der Begrüßung der Gäste und dankte für die tatkräftige Unterstützung von vielen helfenden Händen im Vorfeld des großen Treffens.
Die Anfänge reichen zurück ins Jahr 1900: Damals erwarb Josef Krabus, der gebürtig vom Berg in Richtung Sünninghausen aufwuchs, mit seiner Frau Maria (geb. Linnemann) die Hofanlage „Basel 53“ von der Familie Freitag, die seinerzeit eine Nachfolge suchte. Nach einem Brand war für Familie Krabus der Neuanfang notwendig und der gelang. Über Jahrzehnte hinweg stand die Landwirtschaft im Mittelpunkt. Als Lohndrescherei war der Hof weithin bekannt, ehe die Äcker später verpachtet wurden. Heute zeigt sich das Anwesen mit neuen Akzenten: Wo einst Felder bestellt wurden, blüht nun eine Bienenweide. Schon am Eingang weist ein Schild auf den Imkerbetrieb hin, und ein Honigautomat lockt Besucherinnen und Besucher mit der eingemachten Süße der Natur.

Das 1. Sippentreffen auf dem Hof Krabus wurde am Festwochenende zum bunten Familienfest, das eine schöne Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlug. Während die Kleinsten sich auf der Hüpfburg austobten, ließen die Älteren bei Pizza, frisch gezapftem Bier und guten Gesprächen Erinnerungen aufleben. Historische Fotos zeigten die damals noch kleine Familie Krabus vor dem Giebel ihres Hauses. Im Jahr 2025 passen die Familienmitglieder selbst mit einem Weitwinkel vor der Kamera kaum auf das Foto: Aus der kleinen Hofgemeinschaft wurde im Laufe der Jahrzehnte eine weitverzweigte Großfamilie. Aus allen Himmelsrichtungen reisten die Gäste an. Die weiteste Anreise erfolgte aus Minden. Viele sind aber auch in der Region rund um Wadersloh geblieben, wo sie fest verwurzelt die Familiengeschichte gemeinsam fortschreiben. Die älteste Teilnehmerin war Elfriede Krabus, die stolz mit Enkelin Thea ein Erinnerungsfoto bei schönstem Spätsommerwetter machte.


125 Jahre nach den ersten Schritten von Josef und Maria Krabus steht längst die fünfte Generation bereit, die Familiengeschichte weiterzuschreiben. Matthias Krabus steht als Vertreter der 5. Generation bereits in den Startlöchern. Familie bedeutet mehr als gemeinsame Wurzeln. Sie lebt von Begegnungen, Geschichten und dem Gefühl, zusammenzugehören. Das alles wurde am Festtag an der Baseler Straße gelebt. Das erste Sippentreffen der Familie Krabus hat gezeigt: 125 Jahre Hofgeschichte verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf besondere Weise.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


