Liesborn/Münster (mw). Das Wettkampfjahr ist zwar beendet, doch für drei Athletinnen des SV Liesborn gab es noch eine besondere Zugabe: Am 14. Dezember durften sie den Kreis Beckum beim U14-Kreisvergleichskampf in Münster vertreten. Gemeinsam mit zwei Mädchen aus Beckum und zwei aus Oelde ging es im Weitsprung sowie über die Hürden an den Start.
Wenige Tage zuvor hatte sich jedoch Marlene eine längerfristige Verletzung zugezogen. Karla und Edda nahmen deshalb ihr Trikot mit auf das Teamfoto, damit sie zumindest symbolisch Teil der Mannschaft sein konnte. Besonders bitter, denn Marlene hatte am Wochenende zuvor in Bielefeld für eine echte Überraschung gesorgt: In ihrem ersten Wettkampf überhaupt gewann sie die 60 m Hürden der W12 in starken 12,79 Sekunden. Damit war sie die erste U14-Athletin im Kreis Beckum, die in diesem Jahr unter der 13-Sekunden-Marke blieb, und fest für den Einsatz über die Hürden eingeplant.
Da pro Disziplin nur drei Athletinnen starten dürfen, rückte mit Karla die etatmäßige Nummer vier des Kreises für Marlene nach – und erwies sich als echter Edeljoker. Mit 13,02 Sekunden lief sie eine Zeit, die im Sommer noch für den Kreismeistertitel (13,06) gereicht hätte. Schnellste Hürdenläuferin des Kreises war jedoch Edda, die mit 12,21 Sekunden ihre Siegerzeit von den Kreismeisterschaften nochmals deutlich unterbieten konnte.
Auch in der Staffel waren Karlas Jokerqualitäten gefragt. Nachdem sich Mila von der SG Rote Erde Beckum über 800 m verletzt hatte, sprang Karla kurzfristig ein und sorgte mit zwei sauberen Wechseln dafür, dass der Kreis Beckum auch hier wertvolle Punkte sammeln konnte. Im Weitsprung steigerte sie sich zudem auf eine neue Bestleistung von 3,70 m und ist damit aktuell die zweitbeste W12-Athletin im Kreis. Während sie bei den Kreismeisterschaften und in Bielefeld noch hinter ihren Trainingskolleginnen Edda und Marlene lag, erwischte Karla in Münster einen echten „Sahnetag“.
Die drei Mädchen absolvierten in diesem Jahr gemeinsam mit Noah auch das Sportabzeichen, das kurz nach dem Kreisvergleich verliehen wurde. Noah wäre selbst gerne an den Start gegangen und hätte mit seiner Hürdenzeit aus Bielefeld (11,98) durchaus konkurrenzfähig sein können. Leider kam bei den Jungen U14 kein Team zustande.
Trotz der vielen positiven Eindrücke bleibt aus Kreissicht ein Wermutstropfen: Die Absage des männlichen U14-Teams und die Meldung von lediglich sechs Athletinnen bei den weiblichen U14 sorgen für Ernüchterung. Nur der SV Liesborn und die SG Rote Erde Beckum stellten jeweils zwei Athletinnen, während die LG Ahlen und der SuS Enniger gar nicht vertreten waren. Aufgrund dieser Minimalbesetzung konnte der Kreis Beckum lediglich zuschauen, wie Münster, Ahaus-Coesfeld und Steinfurt-Tecklenburg um den Titel kämpften.
Hoffnung macht jedoch die kreisinterne Zusammenarbeit: Im Gegensatz zum Vorjahr fanden 2025 zwei vereinsübergreifende Trainingseinheiten in Beckum statt. An diese Kooperation – insbesondere zwischen der SG Rote Erde Beckum und dem SV Liesborn – soll im kommenden Jahr angeknüpft werden. Denn nur gemeinsam kann die Leichtathletik im Kreis Beckum wieder gestärkt werden. In Münster wurde dafür ein erster, wichtiger Impuls gesetzt.
Quelle: SV Liesborn


