Künstler, Heimatfreund, Unikat: Zu Besuch bei Walter Jasper im „Blauen Giebel“

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_MG_1237Schon von weitem leuchtet die kräftige Farbe des „Blauen Giebels“ an der Steinackerstraße und weckt die Neugierde. Hinter buntem Herbstlaub versteckt sich das Atelier von Walter Jasper scheinbar ein wenig. Verstecken muss der Diestedder Künstler eigentlich nichts, auch wenn der Besuch des „Blauen Giebels“ bei jedem Besuch einer Entdeckungsreise gleicht. Am 1.11. öffnete die diesjährige Winterausstellung zum Thema „Quer-Atelier“ ihre Pforten. Für Walter Jasper war 2015 ein ereignisreiches Jahr: Der gebürtige Ennigerloher feierte seinen 75. Geburtstag nicht im Stillen, sondern mit drei besonderen Ausstellungen seiner Werke. Im Stadtmuseum Beckum, in der alten Brennerei in Ennigerloh und nun Zuhause in seinen eigenen vier Atelierwänden zeigte und präsentiert der Künstler die ganze Bandbreite seines kreativen Schaffens.

IMG_1192Vor allem die Ausstellung „Erdverbunden“ in Beckum bleibt Jasper in bleibenden Erinnerung: „Ich habe meinen Geburtstag im Sommer mit Weggefährten und Freunden im Stadtmuseum gefeiert. Das war schon etwas sehr Besonderes“, so der Diestedder. Auch für die kommenden Jahre hat Walter Jasper viele Pläne: Für die Themenausstellung „MyHeimat“ im Museum Abtei Liesborn entstehen derzeit Werke unter dem Motto „Farben meines Vaters“. In nahezu allen Werken spielt der Bezug zur Heimat und Natur eine wichtige Rolle: „Die Natur hat alles da. In dem Moment, wo ich etwas ergreife, ist das Kunstwerk eigentlich schon fast fertig“, schmunzelt Jasper. Aber auch die eigene Vergangenheit ist immer wieder Gegenstand von seinen Werken. Drei alte Soldatenhelme, vor Jahren entdeckt im Nordseeurlaub, bilden zusammen mit alten Feldpostbriefen das Kunstwerk „Der Zwangshelden gedenken“. Es steht für die Heinz, Alois und Tonius Schniederkötter, die gefallenen Brüder von Jasper’s Schwiegermutter.

_MG_1213Besucher sollten etwas Zeit und ein paar Sprachbrocken Plattdeutsch mitbringen: Fundstücke, gemalte Bilder, Objekte und Skulpturen in ländlichem Ambiente laden bis zum 6. Dezember jeden Sonntagnachmittag von 14-18 Uhr zum Rundgang durch die Ausstellung im „Blauen Giebel“ (Steinackerstraße 34) ein. Samstags bietet Walter Jasper nach vorheriger telefonischer Anmeldung (Tel. 02520-1295) zudem einen Kunst-Workshop an.

Hintergrund

_MG_6038Seit 1979 gibt es den „Blauen Giebel“. Der damalige Anstrich verpasste dem Kunstforum seinen charakteristischen Namen und steht seit dem für das liebevoll hergerichtete Sammelsurium des Heimatkünstlers Walter Jasper. Zur Eröffnung kamen vor 36 Jahren mehr als 300 Gäste, darunter auch das „collegium musicum“ unter Leitung von Christoph Hein. Bis vor drei Jahren prägten wechselnde Ausstellungen zur Winterzeit den „Blauen Giebel“. In den letzten Jahren wurde die Ausstellung im Atelier nur noch in Details verändert und hauptsächlich durch die neuen Werke ergänzt. Das Kunstforum mit all seinen kleinen und großen Kunstobjekten spiegelt das ganze künstlerische Schaffen Jaspers zwischen seiner Lieber zu seiner Heimatregion und zur Natur, aber auch seiner beeindruckenden Experimentierfreunde wider. Mehr als 120 Künstlerinnen und Künstler waren bisher zugast in den Ausstellungen.


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