Schelmenroman „Fippenplex“ hat auch nach knapp 100 Jahren nichts von seinem Biss verloren

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Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk legt der Heimatverein Diestedde in diesem Jahr allen Bücherfreunden unter den Weihnachtsbaum: Mit dem „Fippenplex“ erscheint in Kürze ein ganz besonderes Werk, das als einzigartiges Dokument die dörfliche Zeitgeschichte im Münsterland um die 1920er Jahre widerspiegelt. Bei der diesjährigen Buchausstellung der KÖB im Karl-Leisner-Heim wurde nun ein erstes Ansichtsexemplar präsentiert.

franzgrote (Medium)Der Schelmenroman „Fippenplex“ stammt aus der Feder von Eugen Franzgrote und spielt um 1923 in Diestedde. Der Roman beinhaltet die unzähligen Streiche des Titelhelden Josef Goebel genannt Fippen, der als Sohn des örtlichen Molkereibesitzers immer wieder mit seinem Gegenspieler Gerhard Aschhoff, dem Begründer der Molkereigenossenschaft, aneinander gerät. Rund um und in der nahegelegenen Bahnhofsgaststätte spielt Fippen seinem Widersacher immer wieder Streiche.

IMG_1261 (Medium)„Das Projekt ist vor zwei Jahren vom Heimatverein gestartet worden, nachdem ein altes Exemplar des Buches wieder aufgetaucht ist. Bereits 1979 gab es einen ersten Anlauf einer Veröffentlichung. Erich-Werner Brüggemann und Josef Laukötter machten sich damals auf dem Weg nach Iserlohn um mit den Erben des Autors eine Neuveröffentlichung zu vereinbaren. Aber dann ist der „Fippenplex“ zunächst wieder in der Versenkung verschwunden“, so die HVD-Vorsitzende Gabi Kohlstedde zur Entstehungsgeschichte. In mühseliger Kleinarbeit tippten Jürgen Nordhoff und Gabi Kohlstedde die Geschichte ab, ergänzten in Absprache mit Erich-Werner Brüggemann die 1979 entstandenen Anmerkungen. Schon damals war es dem Heimatverein gelungen, die Personen im Roman zu identifizieren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Geschichten auf einer wahren Begebenheit beruhen, ist sehr hoch.“, schmunzelt Kohlstedde. Der Schelmenroman spielt zwar hauptsächlich in Diestedde, aber auch Wadersloh, Beckum und Cappel finden Erwähnung, auch wenn alle Orte im Roman einen anderen Namen tragen.

IMG_1258 (Medium)So oder so ist der „Flippenplex“ für alle Freunde der westfälischen Literatur und Lebensweise ein lesenswertes Stück über das münsterländische Dorflebens. Der Autor Eugen Franzgote bediente sich einer blumigen Sprache, die den „Fippenplex“ auch knapp 100 Jahre nach der Erstveröffentlichung zu einem beeindruckenden Zeitdokument voller Humor machen.
Der Diestedder Künstler Walter Jasper hat für die Neuveröffentlichung mehrere Illustrationen angefertigt, die den Schabernack des Fippen zusätzlich unterstreichen. Vorbestellungen für die limitierte Neuauflage nehmen der Heimatverein Diestedde und die Diestedder Bücherei (KÖB) ab sofort entgegen. Der Verkaufspreis des Buchs beträgt 17,50 Euro.


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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