Wadersloh (mw/bb). Blaulicht, Sirenen und eine weithin sichtbare Rauchsäule über dem Grundschulgebäude: Auf dem Schulhof in Wadersloh wurde es am Samstagnachmittag (17. Oktober) plötzlich aufregend im Ortskern. Die Offene Ganztagsschule (OGS) feiert in dieser Woche ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert und dann ausgerechnet ein Großeinsatz der Feuerwehr? Zum Glück wurde der Ernstfall nur geprobt. Das Schulgebäude bildete nun den Mittelpunkt des Geschehens der diesjährigen Herbstabschlussübung des Löschzugs Wadersloh der Freiwilligen Feuerwehr.
Zahlreiche Interessierte, darunter viele Kinder, verfolgten das spannende Geschehen. Im Mittelpunkt stand ein anspruchsvolles Szenario mit mehreren Verletzten, einer Menschenrettung aus einem verrauchten Gebäude und einem Verkehrsunfall. Ausgearbeitet wurde der Einsatz Lukas Wieschhölter und Felix Pöppelbaum. Er sah einen Brand an einer Lüftungsanlage im Hauptgebäude der Schule vor. Bei Wartungsarbeiten waren mehrere Personen in Gefahr geraten. Mitarbeitende der Schule und einer Wartungsfirma wurden auf dem Dachboden vom Rauch eingeschlossen. Einige von ihnen galten als verletzt. Eine Stichflamme hatte zudem eine Person verletzt, während der reguläre Fluchtweg versperrt war.

Für die Einsatzkräfte galt es, schnell einen Überblick über die Lage zu gewinnen, die Brandbekämpfung einzuleiten und die eingeschlossenen Personen in Sicherheit zu bringen. Die Feuerwehr Wadersloh rückte dafür mit mehreren Fahrzeugen an. Neben dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 und dem Löschgruppenfahrzeug LF 10 gehörte auch das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz (LF-KatS) zum Aufgebot. Ergänzt wurde die Fahrzeugflotte durch das Einsatzleitfahrzeug und den Gerätewagen Logistik. Ein wichtiger Bestandteil der Herbstabschlussübung war die interkommunale Zusammenarbeit: Unterstützung kam von der Feuerwehr Langenberg, die mit ihrer Drehleiter anrückte. Unter den aufmerksamen Blicken des Publikums wurde die Leiter ausgefahren und in Stellung gebracht. Schritt für Schritt ging es hinauf in den herbstlichen Himmel über Wadersloh. Über die Drehleiter konnten die eingeschlossenen Personen vom Gebäude gerettet werden.
Parallel dazu ging ein Trupp unter schwerem Atemschutz vor, um sich Zugang zum Treppenbereich zu verschaffen und weitere Personen aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte und Rettungswege machte deutlich, wie wichtig abgestimmte Abläufe gerade bei komplexen Einsatzlagen sind. Doch damit war das Übungsszenario noch nicht beendet. Zeitgleich galt es, einen Verkehrsunfall zu bewältigen: Ein Autofahrer war auf dem Schulhof verunglückt und hatte dabei einen Fahrradfahrer eingeklemmt.
Insgesamt waren rund 35 Einsatzkräfte beteiligt. Auch die Jugendfeuerwehr war aktiv in das Geschehen eingebunden und konnte bei der Übung weitere praktische Erfahrungen sammeln. Ebenfalls mit dabei: Die Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Leistungsfähigkeit der örtlichen Feuerwehr zu machen. Besonders für die jüngsten Gäste bot die Übung spannende Einblicke in die Arbeit der Rettungskräfte.
Eine Herbstabschlussübung bietet den Einsatzkräften die Möglichkeit, Abläufe zu trainieren, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Einheiten zu festigen und mögliche Schwachstellen zu erkennen. Gerade bei einer Lage mit mehreren Verletzten, einer erschwerten Menschenrettung und einem parallel stattfindenden Verkehrsunfall kommt es darauf an, dass jeder Handgriff sitzt. Nach dem Ende der Übung kamen die Beteiligten am Feuerwehrgerätehaus zusammen. Dort wurde das Geschehen noch einmal gemeinsam ausgewertet. Die abschließende Manöverkritik gehörte ebenso zum Programm wie der Austausch zwischen den Einsatzkräften. Das Fazit fiel insgesamt zufriedenstellend aus. Damit ging die diesjährige Herbstabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh erfolgreich zu Ende.
Fotos/Text: B. Brüggenthies















