Grünes Sofa: Offene Redaktion mit (Zukunfts-) Aussicht

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Diestedde (mw/bb). Am heutigen Freitag (7. Juni) fand die Premiere unserer Aktion „Grünes Sofa“ im grünen Herzen von Diestedde statt. Von 15-17 Uhr hat „Mein Wadersloh“ erstmals eine „offene Redaktion“ angeboten, um mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch über aktuelle Dorfthemen zu kommen. Ein „Friday for Future“ ausserhalb der Schulzeit, der sich an alle richtet, die etwas zu sagen haben oder die eine Idee haben, wie wir unsere Großgemeinde gemeinsam weiter voranbringen können. Die Resonanz war erfreulich groß und wir hatten viele interessante Begegnungen.

Die Idee hinter dem „Grünen Sofa“ war, dass sich Bürgerinnen und Bürger mit uns unter freiem Himmel und freien Themen unterhalten können. Wo drückt derzeit der Schuh im Dorf? Über welche Themen könnte man berichten? Was kann man besser machen? Wie gestalten wir gemeinsam die Zukunft. Die Gesprächsthemen waren dabei völlig frei. Es ging zwar auch um Nachhaltigkeit, aber auch um andere Dinge, die unseren Lesern auf den Herzen lagen. Vorab sei eine Entschuldigung ausgesprochen an diejenigen, die aufgrund der kurzen Vorlaufzeit nicht zum Naturpark Hangkamp kommen konnten. Wir werden die Aktion schon bald wiederholen und rechtzeitig ankündigen.

Thema 1: Warum Diestedde einen DirtPark bekommen sollte (Gäste: Julianus, Paulinus und Shawn)

Auf dem „Grünen Sofa“ nahmen Platz: Julianus, Paulinus und Shawn. Die drei Jugendlichen hatten vor einiger Zeit eine Unterschriftenaktion für den Bau eines sogenannten DirtParks in Diestedde gestartet und erzählten uns von den aktuellen Entwicklungen. Die Idee des Baus selbst hat ihren Ursprung in einem Antrag der SPD-Fraktion der Gemeinde Wadersloh. Vor einigen Wochen wurde im Rat der Gemeinde über eine mögliche Umsetzung diskutiert. „Wir waren selbst auch vor Ort und waren etwas enttäuscht, dass der Bau wohl frühestens erst in 2020 starten kann“, erzählt Julianus. Im August wird es einen Besichtigungstermin in Lippstadt und Meschede geben, wo bereits vergleichbare DirtParks realisiert wurden. Die Jugendlichen sind hoffnungsvoll, dass das Projekt im Nikolausdorf realisiert wird. „Ein örtlicher Bauunternehmer hat schon angeboten, kostenfrei Mutterboden zur Verfügung zu stellen. Da wir nur wenige Freizeitmöglichkeiten in Diestedde haben, möchten wir uns weiter für das Projekt engagieren.“

Thema 2: Warum unordentliche Gärten auch sinnvoll sein können (Gast: Marion Domke)

Kaum sind die drei Jungs wieder abgedüst mit ihren sportlichen Mountain Bikes, taucht plötzlich ein Astronaut im Hangkamp auf! Nagut, nicht ganz. Aber Imkerin Marion Domke hat sich sehr gut verkleidet mit ihrem Bienenschutzanzug und nutzt das „Grüne Sofa“ für eine kleine Verschnaufspause. Marion Domke betreut seit einigen Jahren das Bienenhaus im Hangkamp und kümmert sich um die Produktion des Hangkamp-Honigs. Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist sozusagen ihr Steckenpferd. Seit einigen Monaten produziert sie neben Honig auch wiederverwertbare Bienenwachstücher zum sicheren Verpacken von Lebensmitteln. Auf dem „Grünen Sofa“ im Naturpark erzählt sie uns heute aber davon, wie wichtig es ist, dass man einen Teil seines eigenen Gartens verwildern lässt. „So haben unsere heimischen Bienen immer genug Nahrung“, erzählt Marion Domke. Jeder kann also etwas dazu beitragen, damit die Artenvielfalt erhalten bleibt. Leider war der Mai in diesem Jahr etwas zu kalt und es gibt wohl keine Frühtracht. Die Rapsernte war einfach zu schlecht. Somit dürfte der Hangkamp-Honig des Heimatvereins auch in Zukunft ein sehr wertvoller und seltener Brotaufstrich bleiben.

Thema 3: Der Wildpflanzenexperte mit Kaffee im Gepäck (Gast: Markus Teutrine)

Unser dritter und letzter Gast ist ein Wildpflanzen-Freak und fühlt sich auf dem „Grünen Sofa“ besonders wohl. Umgegeben von Natur und etwas Schatten nimmt Markus Teutrine Platz auf unserem Holz-Sofa im Hangkamp. Als Wildkräuterexperte hat sich der Diestedder viel Wissen rund um die Natur angeeignet und teilt das Wissen nicht nur mit seiner Familie, sondern auch mit Freunden und Kollegen. Über 100 verschiedene essbare Pflanzen hat er in seinem eigenen Garten, der nur wenige Meter vom Hangkamp entfernt im angrenzenden Wohngebiet liegt. Ehrensache, dass er unserem Aufruf gefolgt ist und uns sogar einen Kaffee in einem Mehrweg-Edelstahlbecher mitbringt! Vielen Dank für die Stärkung! „Beim nächsten Mal gibt es dann einen Smoothie“, lacht Markus Teutrine. Fast 30 Minuten erzählt er uns von Gärten und Pflanzen und warum der Hangkamp etwas „unordentlich“ aussieht und das ganz bewusst so ist. Den so bietet der Park im Herzen des Dorfes perfekte Bedingungen zur Entfaltung von Flora und Fauna. Aber das hat uns Marion Domke ja auch schon erklärt.

Thema 4: Der Zustand der Nikolausbrücke (Frage von Alin via Instagram)

Das „Grüne Sofa“ sorgte nicht nur offline, sondern auch online für Gesprächsstoff. Instagram-Userin Alin fragte, was denn mit der Nikolausbrücke los sei. Die in den 1980er errichtete Holzbrücke über den Mühlenbach an der Femeeiche ist seit Monaten gesperrt. Die Sperrung der beliebten Nikolausbrücke sorgt schon seit einigen Monaten dafür, dass die Spaziergänger einen Umweg in Kauf nehmen müssen. „Die sieht doch völlig in Ordnung aus“, bemerkt ein Passant, der kopfschüttelnd Kehrt macht und zurück zur Oelder Straße läuft. Nur auf dem ersten Blick sieht die Brücke noch begehbar aus. Das Hinweisschilder der Gemeinde Wadersloh spricht von Prüfungsarbeiten, tatsächlich muss die Brücke aber komplett ersetzt werden, da das Holz an einigen Stellen morsch ist. Aus Sicherheitsgründen wird eine neue Holzbrücke mit einem Unterbau aus Metall errichtet. Diese Baumaßnahme wird der Gemeinde Wadersloh 25.000 Euro kosten. Wir werden natürlich berichten, sobald wir wissen, wann die neue Brücke errichtet wird.

VIELEN DANK an alle Gäste und Fragensteller.
Bis zum nächsten Mal auf dem „Grünen Sofa“!

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Dort gibt es eine Insta-Story zur Aktion!

Text/Fotos: B. Brüggenthies

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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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