Naturschützer kämpfen gegen den Amphibientod am Straßenrand

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Der späte Frühlingseinzug macht auch vor der Tierwelt keinen Halt. Die warmen Sonnenstrahlen der letzten Tage locken die Tiere langsam aus ihrem langen Winterschlaf und lassen die Frühlingsgefühle erwachen. Die Wanderschaft der Amphibien läuft momentan auf Hochtouren. Unzählige Frösche, Kröten und Molche wandern zu den Laichplätzen. Doch auch trotz der verspäteten Hochzeit: Dabei sind die Gefahren für die kleinen grünen Hüpfer auf dem Weg zu ihrer verspäteten Hochzeit groß.

Das Buhlen um die Gunst eines Weibchens führt die Froschmännchen mehrere Kilometer weit zu den Laichplätzen. Oftmals ist der Schutz der Dunkelheit aber trügerisch für die quakenden Vierbeiner. Wenn ein kleiner grüner Schatten an den Straßenrändern vorbeihuscht, ist es oftmals schon zu spät. Fußgänger ohne Taschenlampen und Autofahrer übersehen die gut getarnten Tiere schnell. Die ehrenamtlichen Naturschützer in der Gemeinde Wadersloh kennen diese Gefahren und ermöglichen den Amphibien eine sichere Passage über die viel befahrenen Landstraßen. Seit Jahrzehnten stellt der Bauhof der Gemeinde Wadersloh im Auftrag des Naturschutzbundes Warendorf (NABU) mehrere Kilometer der markanten grünen Fangzäune an den Straßenrändern auf. Dort verweilen die Kröten und Frösche in einem Eimer, bis die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer die Tiere sicher zu ihrem Laichteich bringen. Nacht für Nacht sind die Helfer mit Gummistiefeln und Taschenlampen im Einsatz um die Amphibien vor dem sicheren Tod zu retten.

Alexander Och aus Stromberg ist seit Jahrzehnten als ehrenamtlicher Naturschützer für den NABU aktiv und in dieser Funktion auch des öfteren in der Gemeinde Wadersloh im Einsatz: „An der K14 zwischen Wadersloh und Liesborn haben wir in diesem Jahr nur 183 Frösche übergesetzt. Das liegt unter dem Durchschnitt. Aufgrund der kalten Witterung gibt es zwar weniger Frösche in diesem Jahr, aber besonders bei Nässe sollten Autofahrer vorsichtig fahren.“ Auch Michael Bisping, Beauftragter für den Amphibien- und Reptilienschutz beim NABU, rät ortskundigen Passanten einfach eine andere Wegstrecke zu fahren: „Wenn man weiß, wo die Kröten wandern, sollte man die Strecken einfach meiden.“ Autofahrer sollten also einen Gang zurückschalten und auf den Landstraßen langsamer fahren, wenn sie in der Dämmerung und nasser Witterung einen Schatten vorbeihuschen sehen. Gut möglich, dass wieder ein Frosch eilig auf dem Weg zu seiner Hochzeit ist.


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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