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MW Direkt: Erste politische Beratung nach dem Lockdown – Wadersloh seit heute Coronafrei!

Wadersloh (mw/bb). In der Aula der ehemaligen Geschwister-Scholl-Realschule findet in diesen Stunden die erste Ausschusssitzung seit dem Lockdown unter besonderen Bedingungen statt. Im 32. Hauptausschuss wird eine umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet. Direkt zu Beginn der Versammlung hatte Bürgermeister Christian Thegelkamp gute Neuigkeiten: Nach dem letzten akuten Corona-Fall  im Ortsteil Liesborn ist die Gemeinde seit heute Coronafrei!

„Es hätte schlimmer kommen können. Wir sind in Wadersloh glimpflich davon gekommen“, so Christian Thegelkamp am Nachmittag. Im „provisorischen“ Ratssaal am Schulkamp berichtete Thegelkamp zudem, dass auch die Zweigleisigkeit im Rathaus aufgehoben sei. Für den Publikumsverkehr wird sich ab dem 5. Juni wieder Normalität beim Rathausbesuch einstellen. In Bezug auf die politische Arbeit kündigte der 1. Bürger der Gemeinde an, dass keine Themen verloren gehen. Eine komplette Runde war von März bis Ende Mai ausgefallen. In den Ausschüssen wird noch vor den Sommerferien getagt. Die Ratssitzung ist für den 22. Juni terminiert.

Werner Tyrell und Stefan Schnitker stellten im Rahmen des Hauptausschusses die Arbeit der Bau- und Wohnungsgenossenschaft Wadersloh vor. Die BWG hat derzeit einen Bestand von Wohnungsgrößen von 28-95 Quadratmetern (Durchschnitt: 64 qm). Durch stetige Renovierugnsmaßnahmen befänden sich die Immobilien in einem zeitgemäßen Zustand. Künftig soll der Fokus weiter auf Bestandssanierung gelegt werden. Auch Neubaumaßnahmen sollen künftig realisiert werden. Im Baugebiet entstehen zur Zeit zwei Mehrfamilienhäuser. Fertigstellung soll im 1. Quartal 2021 sein. Das Projekt wird vom „Mehrjährigen Wohnungsförderprogramm 2018-2022“ unterstützt. Nach Aussage des BWG gäbe es derzeit keinen Leerstand. Es erfolgen umgehende Neuvermietungen.

Das waren weitere Themen am Mittwoch

  • Norbert Morfeld berichtete im Anschluss von den aktuellen Werbemaßnahmen für Grünstrom aus Wadersloh. Hier soll verstärkt in den Medien und auf der Webseite der Gemeinde aufmerksam gemacht werden.
  • Im TOP 7 geht es um einen Antrag der CDU-Fraktion zur Einrichtung von WLAN-Hotspots. Vorausgegangen war der Austausch zwischen Jugendlichen und Politikern. Hier ist ein Gespräch mit Vanessa Protte in Planung, um die Idee zu konkretisieren.
  • Durch einen Unfall mit Todesfolge an der Göttinger Brede gibt es eine neue öffentlich-rechtliche  Vereinbarung zwischen Gemeinde und Kreis. Die GkG-Vereinbarung gilt für alle Kommunen im Kreis und regelt die Verkehrssicherheitspflichten. Wie die Straßenkontrollen durchgeführt werden, kann imBürgerinfo-System der Gemeinde nachgelesen werden.  Nach dem Unfall hatte die Gemeinde 1/4 der 400 Kreuzungen untersucht. Etwa 20.000 Euro wurden für die Gutachten aufgewendet.
  • Der Heimatverein Wadersloh hat zum Jahrestag 75. Jahre Kriegsende einen Antrag zur Aufnahme in das Deutsche Riga-Komitee beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.  gestellt. Der Antrag wird im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport behandelt. R. Luster-Haggeney (CDU) kommentierte, dass es das Engagement für ein geeintes Europa und die Völkerverständigung mit seiner Fraktion unterstützen werde.
  • Bereits im Dezember hatte der Hauptausschuss entschieden, dass eine Lok-Skulptur an der Bahnhofsstrasse aufgestellt wird. Die Gemeinde Wadersloh wird nun auch die Verkehrssicherheitspflichten übernehmen.
  • Die Gemeinde Wadersloh subventioniert die Maßnahme „Deutsch als Fremdsprache“  Durch einen Zuschuss für VHS-Sprachkurse für Schüler*Innen mit Migrationshintergrund mit einem Betrag von 10,50 Euro pro Unterrichtsstunde.
  • Für die Römer-Lippe-Route soll eine Anschlussfinanzierung von jährlich 1140,34 Euro ab dem Jahr 2021 für fünf Jahre beschlossen werden.
  • Bis zum Herbst soll ein Multifunktionspielfeld auf dem Wadersloher Sportgelände entstehen. Den Antrag hatten die Sekundarschule und der TuS Wadersloh gestellt. Die Gemeinde Wadersloh hatte kürzlich die Trägerschaft übernommen, damit EU-Fördermittel beantragt werden können.

Gemeinde Wadersloh gibt umfangreichen Sachstand zum Coronavirus

Die Verwaltung hat eine umfangreiche Mitteilung zum Umgang mit dem Virus herausgegeben. Bürgermeister Thegelkamp dankte den Lokalpolitikern vorab für die gute Zusammenarbeit seit dem Ausbruch des Virus. Es sei eine besondere Herausforderung für die Kommune gewesen, auch aufgrund der hohen Anzahl an Pflegebedürftigen im Gemeindegebiet. Die Fraktionsführungen und Fraktionen als politische Verantwortungsträger hätten der Gemeinde vertraut und durch schlüssiges, gemeinsames Handeln konnte eine gute Arbeit gemacht werden. Die Vorschläge der Verwaltung, zusätzliche Hilfsmittel zu beschaffen, wurden bewilligt. So konnte die Gemeinde per Dringlichkeitsentscheidung schnell reagieren. Als Beispiel nannte der Bürgermeister die Produktion von Behelfsmasken vor Ort. Thegelkamp dankte auch der Bevölkerung, die sich an die Anordnungen gehalten habe und sehr engagiert mitgemacht habe. Teile der Bevölkerung stellten u.a. hunderte Masken zur Verfügung. Ein besonderes Dankeschön richtete der 1. Bürger der Gemeinde auch an seine Mitarbeiter*Innen, die flexibel auf die neue Situation reagiert und sich eingesetzt hätten. „Es war ein schöner Moment heute sagen zu können, dass wir heute keine Corona-Erkrankungen in Wadersloh haben“, so Christian Thegelkamp.

Dominik Lausch und Boris Krumtünger stellten im Anschluss die Thematik komprimiert vor. Insgesamt 151 Personen mussten in häusliche Quarantäne. Die 29 Corona-Erkrankten sind allesamt gesundet (Stand: 27. Mai). Rund 39.000 Euro wurden für Schutzmaterial ausgegeben. Die komplette Mitteilungsvorlage kann im Bürgerinfosystem der Gemeindeverwaltung eingesehen werden (externer Link).

Die SPD-Fraktion  dankte allen Helfern und der Verwaltung für die kurzfristige Umsetzung der Landesvorgaben. Man habe sich stets gut informiert gefühlt (Anne Claßen). Auch Rudi Luster-Haggeney (CDU) sprach seinen Dank aus. Es konnten schnell Beschlüsse von Regierung und Opposition gefasst werden. Alle Beteiligten hätten eine „sehr gute Performance“ gezeigt. Luster-Haggeney freute sich über den status quo und wünschte sich umfassende Coronatests. Heino Teckentrup (FWG) fasste sich kurz. Man sei „glimpflich“ davon gekommen. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gelaufen. Das Thema Corona werde Wadersloh noch lange begleiten. Abstandhalten und Mundschutztragen seien weiter erforderlich. Auch die FDP-Fraktion mahnte dazu, „am Ball zu bleiben“.

Ende der Liveberichterstattung / Stand: 17.59 Uhr

Foto/Text: Brüggenthies


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