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Wir gegen Corona: Mit der richtigen Ernährung gegen „Long Covid“

Lippetal-Herzfeld (mw/bb). Was hat Genuss eigentlich mit gesunder Ernährung zu tun? Und kann man zugleich Konditorin und auch Diätassistentin sein? Was auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein scheint, macht auf den zweiten Blick sehr viel Sinn und in Coronazeiten ist bewusstes Essen sogar noch wichtiger geworden. In einem Gespräch mit der Expertin für Ernährungspsychologie  Petra Rassenhövel haben wir viel über Genussregeln in Zusammenhang mit Corona gelernt.

Das Büro von Petra Rassenhövel ist zufälligerweise direkt neben dem Café Twin am Kreisverkehr in  der Nähe der Basilika in Herzfeld. Bei Familie Voschepoth hat sie ihre erste Ausbildung gemacht und seitdem hat das Thema „Essen“ beruflich immer eine große Rolle im Leben der Eickelbornerin gespielt. „Man erwartet eigentlich nicht, dass eine Konditorin auch Diätassistentin sein kann“, lacht Petra Rassenhövel und zeigt zum Beweis ihre Visitenkarte vor. Vor rund sechs Jahren hat sie das Büro an der Lippborger Straße gemietet und berät seitdem Menschen jeden Alters in allen Fragen rund um das Thema gesunder Ernährung. Seit Herbst 2020 und auffällig gehäuft seit Januar finden sich bei ihren Klienten immer öfter auch ehemalige Corona-Patienten, die mit „Long Covid“ zu kämpfen haben. Auch nach überstandener Infektion mit dem Virus sind viele Spätfolgen zurückgeblieben. Petra Rassenhövel hilft dabei, dass diese Menschen Lebensqualität zurückgewinnen.

„Long Covid wird uns noch lange beschäftigen

Petra Rassenhövel zeigt mit ihrer Beratung Möglichkeiten auf, sich richtig zu ernähren

Es geht vor allem darum, das Immunsystem zu stärken. Das kann präventiv, also vorsorglich erfolgen, aber auch nach einer Corona-Erkrankung. Viele der Klienten von Petra Rassenhövel kommen auf ärztliche Empfehlung zur ihr, weil sie Monate und Wochen zuvor plötzlich nicht mehr riechen oder schmecken konnten. Sie hatten einen leichten symptomfreien Verlauf der Corona-Erkrankung und  Müdigkeit, Erschöpfung  oder auch Fatigue genannt machen sich erst nach Monaten bemerkbar. Auch vorhandene Grunderkrankungen können sich zunehmend verschlechtern.  Oftmals sind die Klienten untergewichtig, haben Mangelerscheinungen oder im Gegenteil: sie haben Gewicht zugenommen. Das deutet auf ein Stoffwechselproblem hin. „Long Covid wird uns noch lange beschäftigen. Das Wichtigste: Man muss es erkennen und die Symptome zuordnen können“, sagt die Ernährungsexpertin.

Hilfe zu holen ist gar nicht so schwer, denn es reicht die Empfehlung des Hausarztes und das Fachwissen von Experten. Ein ganzes Team sorgt für die Bekämpfung der  Corona-Spätfolgen. Neben dem Arzt, trainiert eine Logopäde die Atemmuskulatur, eine Physiotherapie hilft beim Muskelaufbau. Bei der Ernährungsberatung geht es dann – wie man meinen könnte – nicht allein um das Gewicht, sondern vor allem um eine Verbesserung der Lebensqualität und Leistungssteigerung. „Bis der Geruchs- oder Geschmackssinn zurückkehrt, kann es dauern. Als Genusstherapeutin setze ich spezielle und individuell abgestimmte Sinnesübungen ein, die dabei helfen, Erinnerungen wachzurufen“, erklärt Petra Rassenhövel. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass ein Klient ein frisches Frühstücksbrötchen und Erdbeermarmelade mit zu einem Beratungstermin mitbringt. „Gerüche und Geräusche des Lieblingsfrühstücks können Erinnerungen wecken und dabei helfen, die durch Covid-19 verlorenen Sinne zu reaktivieren. Es dauert, aber sie kommen wieder“, so die Expertin.

Die richtige Ernährung kann helfen – vor und nach einer Corona-Erkrankung

„Bei ‚Long Covid‘ spielt aus ernährungstherapeutischer Sicht vor allem die richtige Zufuhr von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sowie Vitaminen und Mineralstoffen eine große Rolle.  Patienten benötigen für den Muskelaufbau wertvolles Eiweiß in entsprechender Menge, bestimmte Vitamine und Mineralstoffe gegen das Fatigue-Syndrom (Erschöpfungssyndrom) und eine Auswahl an Fetten und Kohlenhydraten für ein optimales Atmen„, so Petra Rassenhövel.  Sie hilft mit einer individuellen Beratung und Zusammenstellung der Ernährung, die dann zu Hause umgesetzt und bei Bedarf angepasst werden kann. „Man muss sich immer frage, was tut einem gut? Man spricht dann von einer sogenannten somatischen Intelligenz.“

Der Bedarf an einer umfassenden Ernährungsberatung steigt dabei rasant. Die leichten und schweren Verläufe bei Covid-19 finden sich bei nahezu allen Altersklassen. Bei den 60+-jährigen ist vor allem die Müdigkeit und extrem eingeschränkte Leistungsfähigkeit eine häufige Spätfolge. Bei den 30+-jährigen verstärken sich häufig chronische Beschwerden nach einer Corona-Erkrankung. „Betroffene sollten sich vertrauensvoll an ihre Hausärzte wenden, wenn sie anhaltende Beschwerden haben. Man sollte besser frühzeitig handeln und vorsorglich das Immunsystem auf eine mögliche Corona-Infektion vorbereiten. So kann man auch schwere Verläufe abmildern. Vor allem die Darmgesundheit spielt dabei eine wichtige Rolle“, empfiehlt die Expertin.

In einem Rundschreiben informiert Petra Rassenhövel derzeit die Hausarztpraxen in der Region über ihre Arbeit. Was viele nicht wissen: Die Krankenkassen übernehmen einen großen Teil der anfallenden Kosten für eine Ernährungsberatung. „Corona wird uns noch eine lange Zeit begleiten und ich hoffe, dass ich vielen Menschen durch meine Arbeit ein Stück Lebensqualität zurückgeben kann“, sagt die Diätassistentin.

Weiterführende Informationen & Kontaktdaten

Richtungswechsel – Ernährungsberatung
Petra Rassenhövel, Diätassisstentin, Konditorin, Zertifizierte Ernährungspsychlogin (FH)

Lippborger Straße 10a, 59510 Lippetal-Herzfeld
Handy.0 157-70 20 26 77
E-Mail: info@richtungswechsel-ernaehrungsberatung.de
Web: www.richtungswechsel-ernaehrungsberatung.de

Fotos/Text: mw/bb.

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