Museum Abtei Liesborn: Gotische Madonna birgt ein spannendes Geheimnis

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Liesborn (mw/bb). Es war der Coup zum Jahresbeginn: Die Freunde des Museums e.V., der Heimatverein Liesborn und der Kulturring hatten nach akribischer Recherche eine gotische Madonna aus dem 14. Jahrhundert entdeckt und nach 216 Jahren zurück in das Museum Abtei Liesborn geholt. Anne Eysing und Patricia Schering vom Restaurierungsatelier Eysing & Schering aus Coesfeld präsentierten am Dienstagabend im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins nun die ersten Untersuchungsergebnisse und die machen neugierig!

Bis zur Aufhebung der Benediktiner-Abtei in 1803 war die „Thronende Madonna mit Kind“ in Liesborn zuhause. Im Zuge der Säkularisation verschwand sie wie viele weitere Schätze und im Jahre 2019 ist die Figur eine Sensation, denn sie bietet die Chance, sich mit einer Reliquie auseinanderzusetzen. „Es ist toll, diese Möglichkeit zu haben und eine gute Gelegenheit“, berichteten die beiden Restauratorinnen. Zuvor erläuterten die Expertinnen, was die Figur so einzigartig macht. Das Andachtsbild aus Eichenholz weist eine Kopfbohrung auf. Im CT wurde sichtbar, dass sich Reliquien in der gut erhaltenen Madonna mit Kind befinden. Dabei könnte es sich um ein Schriftstück oder ein Textilstück handeln. Das sollen weitere Untersuchungen ergeben. Auch sonst waren Anne Eysing und Patricia Schering zufrieden mit dem Gesamtzustand der Figur. Kleine Risse und Verschmutzungen stehen einem sehr stabilen Gesamtzustand entgegen. Die Hände der Mutter Gottes und Hand mit Apfel des Jesuskindes wurden nachträglich hinzugefügt, was die leichten Verfärbungen erklärt. Auch ein Holzwurmbefall lag wohl vor. Nun aber heißt es abwarten, denn schon bald sollen weitere Untersuchungen folgen und eine Restauration vorgenommen werden.

Ein weiteres neues Exponat traf erst am Dienstagmorgen im Museum ein und sorgte für mächtig Eindruck. Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm entdeckte eine klassische französische Uhr, die bei einer Auktion erworben werden konnte. Sie zeigt die Geburt des Amors und stammt aus der Zeit um 1800. Sicher unter einer Glashaube soll sie schon bald für staunende Blicke bei den Museumsbesuchern der Möbelausstellung im Museum sorgen.

Beide Neuanschaffungen wurden maßgeblich durch die Unterstützung der Museumsfreunde ermöglicht, die auch im Vorjahr mit materiellen und immateriellen Unterstützungen das Museum Abtei Liesborn unterstützten. „Die Museumsfreunde haben in der Vergangenheit und Gegenwart einen bedeutenden Beitrag geleistet und soll auch in Zukunft so bleiben“, versicherte der Vereinsvorsitzernde Winfried Leiting. Auf die Untersützung des Vereins kann sich das Museum in diesem Jahr unter anderem beim „Handwerkstag“, „Kino im Kreuzgang“ und „Kinderweihnachtsmarkt“ freuen. Doch nicht nur in Liesborn hinterlässt der Verein Spuren, sondern begibt sich auch selbst auf die Spuren der Kunst. Mehrere Atelierbesuche und Tagesausflüge stehen 2019 auf dem Programm des Vereins. Unter anderem stehen Fahren nach Siegen und Weimar auf dem Programm.


Fotos/Text: B. Brüggenthies

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