In eigener Sache: Was die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) für Mein-Wadersloh.de bedeutet

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Am 25. Mai tritt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) inkraft und stellt vor allem Webdesigner und Webhoster vor viele (scheinbar) unlösbare Fragen. Worum geht es bei diesere Verordnung eigentlich? Hauptsächlich um sämtliche „personenbezogenen Daten“. Das können neben Namen und Adressen unter anderem auch IP-Adressen sein. Auch für die Leser von Mein-Wadersloh.de bringt die Verordnung einige Änderungen mit sich.

Wie nahezu alle Webseiten nutzt auch Mein-Wadersloh.de im Hintergrund mehrere sogenannte Erweiterungen oder Plug-Ins, die das Nutzerverhalten aufzeichnen und auswerten können. Populäre Beispiele sind hier etwa Google Analytics und Google AdSense. Das erste Tool protokolliert Seitenzugriffe und stellt (in Echtzeit) dar, wie viele Personen gerade auf die Seite zugreifen. AdSense hingegen ist ein Dienst, der eine Vorauswahl der Werbung trifft, die die Inhalte der Zielwebseite berücksichtigt. Beide eingesetzte Dienste wurden auf Mein-Wadersloh.de so implementiert, dass die IP-Adressen unkenntlich gemacht werden, so dass eine Zurodnung zu einer Person nicht möglich ist. Weitere Informationen zu den verwendeten Erweiterungen (u.a. den Web-Shop, Facebook, Twitter, Instagram und Zahlungsdienstleistern) haben wir in unserer aktualisierten Datenschutzvereinbarung zusammengefasst.

Neben dem Datenschutz beim Zugriff auf Mein-Wadersloh.de oder der Nutzung von Diensten, die von Mein-Wadersloh.de angeboten werden, gibt es noch eine weitere große Änderung, die erheblichen Einfluss auf unsere Arbeit hat: Das Anfertigen von Videos und Fotos.

Veröffentlichung von Fotos und Videos auf Mein-Wadersloh.de / Youtube / Facebook

Die Speicherung und Veröffentlichung von Fotos oder Bewegtbildern ist nämlich ebenso eine Verarbeitung personenbezogener Daten. Ob nun ein Name bei den abgebildeten Fotos steht oder nicht, so kann eine Person möglicherweise immer zugeordnet werden. Je nachdem, in welchem Kontext das Bild/Video enstanden ist, werden eventuell sogar sensible Daten (z.B. die Religion, Herkunft usw.) ersichtlich. Diese Daten unterliegen nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO einem besonderen Schutz. Was bedeutet das für unsere Arbeit? Wir müssten quasi von jeder Person noch vor Ausdrücken des Auslösers eine (schriftliche) Erlaubnis einholen. Bisher galt in Deutschland das Kunsturhebergsetz (KUG), welches u.a. das „Recht am eigenen Bild“ regelt. Im Rahmen unserer journalistischen Arbeit fragen wir vorher um Erlaubnis bei Aufnahmen, die im Rahmen von zeitgeschichtlichen Ereignissen entstehen. Bei unseren eigenen öffentlichen Veranstaltungen weisen Aushänge darauf hin, dass Fotos und Videos angefertigt und ggfs. veröffentlicht werden können. So oder so treffen hier zwei Grundrechte aufeinander: Die Informations- und Pressefreiheit sowie das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person. Durch die DSGVO wird diese Problematik weiter erschwert, da eine vollständige Erfüllung einem Berufsverbot für Fotografen und somit auch für uns gleich käme. Die DSGVO hat Vorrang vor dem KUG, ersetzt dieses aber nicht.

Genaue Regelungen gibt es von Bund und Ländern derzeit noch nicht, so dass Mein-Wadersloh.de derzeit keine generelle Änderung an der Arbeitsweise bei Presseberichterstattungen vornehmen wird, da unsere Arbeit journalistischer Natur ist und gemäß Rundfunkstaatsvertrag somit eine Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen dieser Tätigkeit erlaubt ist. Als Vertreter der Presse kann aus unserer Sicht die DSGVO daher nicht uneingeschränkt angewendet werden. Das Grundgesetz räumt uns als Vertreter der Presse in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 die Meinungsfreiheit und die Freiheit zur Berichterstattung ein.

Dennoch nehmen wir den Datenschutz sehr ernst: Neben der Anonymisierung der IP-Adressen haben wir unsere Datenschutzerklärung entsprechend angepasst. Bei der Anfertigung von Fotografien und Videos werden wir auch in Zukunft um Erlaubnis für die Speicherung und Veröffentlichung fragen. Sollten abgebildete Personen dem widersprechen, wird das Material auf Verlangen gelöscht. Das ist auch im Nachhinein durch eine entsprechende schriftliche Mitteilung an die Redaktion möglich. Bei Kleingruppen mit direkter Zuordnung von Namen werden wir in den kommenden Monaten testen, ob eine vorherige schriftliche Erlaubniserteilung/Einwilligung umsetzbar und praktikabel ist. Da momentan noch Rechtsunsicherheit herrscht, scheint das derzeit die einzige Möglichkeit der Absicherung zu sein.

Beitragssymbolbilder: pixabay.de unter CC0-Lizenz


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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