Keine Partizipationsmöglichkeit für Anwohner? – Protest gegen Bürgerbefragung [UPDATE]

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[UPDATE vom 27.02.2018] Aufgrund unserer Berichterstattung hat die Gemeinde Wadersloh überprüft, ob jeder interessierte Bürger der Gemeinde freiwillig an der Befragung teilnehmen kann. Der Teilnahme steht dem Stichprobenprinzip nicht entgegen, so dass die Bürgerbefragung nun für alle offen ist. Ein Fragenbogen kann bei Bedarf bei Marc Schmidt (EG 022) im Rathaus abgeholt werden.+++

Am vergangenen Wochenende hat die Gemeinde Wadersloh in einer Pressemitteilung über eine Bürgerbefragung berichtet, die in diesen Tagen an zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zugestellt wird. Inhaltlich geht es bei den Fragen um die Zufriedenheit mit der Versorgungslage, die Wohnsituation und die möglichen Entwicklungsperspektiven für das Gelände der Geschwister-Scholl-Realschule am Schulkamp. „Die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zur Attraktivität der Gemeinde werden berücksichtigt“, heisst es in der Mitteilung. Betroffene Anwohner des Schulkamps fühlen sich jedoch übergangen und haben am 26. Februar einen offenen Brief an Bürgermeister Thegelkamp adressiert.

„Schon in der Vergangenheit hat es Probleme gegeben und man hat seitens des Rathauses unzulänglich über Bauvorhaben informiert. Auch damals haben wir uns beschwert und müssen jetzt merken, dass es wieder nicht funktioniert. Wir als direkte Anwohner wurden zu keinem Zeitpunkt über diese Partizipationsmöglichkeit informiert. Die Entscheidung hat ja auch vor allem für uns große Auswirkungen“, sagt Anwohner Marco Zaremba auf telefonische Nachfrage. Auch in der Nachbarschaft wünsche man sich mehr Mitspracherecht.

Die Gemeinde Wadersloh wollte sich kurzfristig zu der Thematik nicht weiter äußern und lässt derzeit noch offen, ob jeder interessierte Bürger der Großgemeinde an der Befragung teilnehmen kann. Pressesprecher Roman Sunder teilte per Mail am 26. Februar mit: „Kurzfristig kann ich Ihnen lediglich mitteilen, dass der Zufall das einzige Kriterium zur Auswahl der Bürgerinnen und Bürger war.“ Eine Ausfertigung des Fragebogens wurde uns nicht zur Verfügung gestellt.

Auf der Mein-Wadersloh.de-Facebookseite äußerten sich Leserinnen und Leser am Wochenende überwiegend negativ zu der Befragungsakation.

Leser Jörg Kammermann wünscht sich, dass mehr für die Spielplätze getan wird.

Ralf Heitvogt fordert, dass die Gemeinde Wadersloh erst umfassend imformieren und alle Bürgerinnen und Bürger ein Mitspracherecht haben sollten.

Andre Wollenhöfer macht sich für den Erhalt der Turnhalle der Realschule stark, da die Kapazitäten jetzt schon knapp seien.

Leserbrief: Der offene Brief im Wortlaut

Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Mein-Wadersloh.de behält sich eine Veröffenlichtung und die Kürzung von Einsendungen vor.

 


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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