Polizei: Deutlich mehr Anträge für Waffenschein. Tipps zum Verhalten im öffentlichen Raum.

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Im Januar 2016 hat es bereits 300 Anträge auf den sogenannten „kleinen Waffenschein“ gegeben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 waren es 80, 2014 gab es 40 solcher Anträge. Die Kreispolizeibehörde Warendorf betrachtet diesen Trend mit Sorge: Trotz eines kleinen Waffenscheins ist es nicht erlaubt, diese frei käuflichen Schreckschusswaffen, aber auch andere Waffen zu öffentlichen Veranstaltungen mitzunehmen. Laut Polizei gilt das auch für Karnevalsveranstaltungen und -umzüge.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch wegen der starken Nachfrage nach dem kleinen Waffenschein rät die Kreispolizei zum behutsamen und überlegten Umgang mit solchen Waffen: Die vermeintlich gefühlte Sicherheit, die mit dem Tragen einer Waffe oder eines Abwehrmittels einhergeht, könne sich auch ins Gegenteil entwickeln. So habe es am Donnerstag einen Einsatz in Ahlen gegeben, bei dem ein Beteiligter Pfefferspray gegen seinen Kontrahenten eingesetzt habe. Dieser wiederum entriss dem Mann das Spray und setzte es gegen ihn ein.

Oft seien Personen im Umgang mit solchen Waffen völlig ungeübt. Dazu komme laut Kreispolizeibehörde dann noch die meist mit einer in Not-, Schock- oder Stresssituation einsetzenden eingeschränkten Handlungsfähigkeit. Dabei könne es zu einer erheblichen Eigengefährdung kommen. Unklar sei auch, welche Wirkung das Führen und Zeigen der Waffen auf das Gegenüber hab.

„Der Kreis Warendorf ist einer der sichersten Kreise in Nordrhein-Westfalen. Die Anzahl der Straftaten ist seit Jahren mit durchschnittlich 14.500 Fällen konstant, ebenso die Aufklärungsquote mit über 50%. Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden in den letzten fünf Jahren zwischen 377 und 335 Taten pro Jahr angezeigt.“ – Kreispolizei Warendorf
Auch viele Menschen aus Wadersloh fühlen im öffentlichen Raum unsicher und betrachten die bevorstehenden Karnevalstage mit Sorge. Aus diesem Grund hat das Landeskriminalamt NRW eine Sammlung an Tipps zu „Kriminalitätsphänomenen im öffentlichen Raum“ zusammengestellt:
  • Vorausschauendes Verhalten ermöglicht Ihnen, Gefahren zu erkennen und ihnen frühzeitig aus dem Weg zu gehen.
  • Treffen Sie selbst auf eine für Sie bedrohlich wirkende Gruppe von Personen (z. B. betrunkene, pöbelnde Personen), dann ist es möglicherweise die bessere Entscheidung, dieser Gruppe auszuweichen und einen längeren Weg in Kauf zu nehmen. Wenn es sich anbietet und Ihnen sicherer erscheint, bewegen Sie sich am Rande der Menschenmenge, um Ihr Ziel zu erreichen. Einer empfundenen Gefahr aus dem Weg zu gehen ist niemals ein Zeichen von Feigheit, sondern zeugt von „gesundem Menschenverstand“.
  • Wenn Sie unterwegs sind, kann es hilfreich sein, sich zu einer Gruppe zusammen zu schließen und dabei gegenseitig auf sich zu achten und sich ggf. zu unterstützen.
  • Wenn Sie sich in einer für Sie bedrohlichen Situation befinden, machen Sie durch lautes Schreien, den Einsatz von „Schrillalarmgeräten“ oder Trillerpfeifen auf sich aufmerksam und versuchen Sie, Unbeteiligte aktiv zur Hilfeleistung aufzufordern. Sprechen Sie die Person gezielt an („Sie mit der blauen Jacke! Ich brauche Hilfe!“).
  • Versuchen Sie, Ihren eingeschlagenen Weg fortzusetzen oder ziehen Sie sich in sichere Bereiche zurück. Sobald Sie sich wieder sicher fühlen, verständigen Sie die Polizei über Notruf 110.
  • Auch wenn Sie keine Gefahr für sich sehen, aber bedrohlichen Gruppen von Personen feststellen, scheuen Sie sich nicht, die Polizei über „110“ zu verständigen!
  • Zur Verhinderung von Diebstahlsdelikten (Handy, etc.) sollten Bargeld, Handy und andere Wertgegenstände möglichst nah am Körper getragen werden (z.B. Jackeninnentasche, Brust- oder Bauchbeutel).

Landeskriminalamt NRW

Bilder: Anne Gerti und  Siegfried Fries  / www.pixelio.de


Über den Autor

Freier Redakteur für Mein-Wadersloh.de, Radiomacher und Medienmensch. Studiert Germanistik und Politikwissenschaften in Bielefeld. Zuständig für Blaulichtthemen und aktuelle Kurzmeldungen.

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